Antonelli schlägt zurück: 19-jähriger mercedes-youngster demütigt die königsklasse in shanghai

Kimi Antonelli war noch keine zehn Sekunden alt, als er in der Boxengasse zusammenbrach. Tränen, Schluchzen, ein Körper, der sich vor Glück nicht mehr halten kann. 53 Runden zuvor jagte der 19-jährige Italiener mit einem Mercedes durch die Shanghai-Looping-Kurve, als hätte er die Strecke in seiner Kindheit auswendig gelernt – und nicht erst seit Freitag.

Der tag, an dem vettels rekord fiel

Antonelli hatte schon am Samstag Geschichte geschrieben: Jüngster Pole-Setter aller Zeiten. Jetzt folgte der erste Sieg, 26 Grand Prix nach seinem Debüt. Der Youngster aus Bologna ließ nicht nur Teamkollege George Russell hinter sich, sondern auch Lewis Hamilton und Charles Leclerc in den roten Raketen. Die beiden Ferrari lieferten sich ein Remis auf Biegen und Brechen, während Antonelli in der Ferne bereits den Champagner kaltstellte.

Mercedes feiert damit den zweiten Doppelsieg in dieser Saison – und das, obwohl die Silberpfeile vor zwölf Monaten noch als ausrangierte Oldtimer durch die Boxengasse schlichen. Die Wende ist längst kein Zufall mehr. Der Beweis: Russell führt die WM an, Antonelli liegt nur 17 Punkte dahinter. Die Konkurrenz schaut in die Röhre.

Verstappen und mclaren: das große frust-duo

Verstappen und mclaren: das große frust-duo

Max Verstappen hatte wieder einen von diesen Tage. Red Bull rumpelt wie ein alter Kombi über die Schwellen, und als der Motor in Runde 48 das Zeitliche segnete, war die Laune im österreichischen Camp auf dem Tiefpunkt. „Wir verstehen die Welt nicht mehr“, sagte ein Mechaniker und schob den Wagen in die Garage. Es war schon der dritte Ausfall in fünf Rennen.

McLaren dagegen schaffte das Kunststück, beide Autos vor dem Start zu killen. Lando Norris und Oscar Piastri saßen in der Box, während ihre Ingenieure wie auf einer Achterbahn zwischen Laptop und Heckflügel hetzten. Ergebnis: Null Punkte, null Erklärung, null Trost. Piastri twitterte später nur: „Same st, different race.“

Hamilton zeigt, warum ferrari ihn holte

Hamilton zeigt, warum ferrari ihn holte

Lewis Hamilton fuhr wie entfesselt. Der 41-Jährige schob sich an Antonelli vorbei, wehrte Leclerc ab, spielte mit der Gier seines F10 wie ein Gitarrist mit einem alten Riff. Dritter Platz – sein erstes Podest für die Scuderia. Die Tifosi in den Tribünen ließen sich von Italienisch-Chinesisch einstimmige „Lew-is!“-Rufe anhören. Hamilton selbst war danach so heiser, dass er die Pressekonferenz fast flüsterte: „Ich bin wieder angekommen.“

Die Zahle spricht für sich: Antonelli ist jetzt der jüngste Sieger seit Max Verstappen 2016, aber er ist auch der erste Italiener, der für Mercedes gewinnt. Die Zeitenwende ist perfekt. Die Silberpfeile sind zurück – und sie kommen mit einem Teenager, der noch keine Steuererklärung machen muss.