Ania steht in córdoba mit dem rücken zur wand – doch er spürt keinen druck
Sechs Niederlagen in Serie, die schlechteste Serie der Córdoba-Geschichte in der Segunda División – und trotzdem wirkt Iván Ania wie ein Mann, der noch immer an sein Projekt glaubt. „Ich fühle mich mehr denn je gestützt“, sagte der Trainer am Freitag, während außerhalb des Estadio Nuevo Arcángel die Stimmen lauter werden, die seinen Kopf fordern.
Die woche, die alles kaputtmachte
Ania zieht eine klare Grenze: vor genau fünf Wgen schien die Welt noch in Ordnung. Drei Spiele in sieben Tagen – Almería, das verschobene Spiel in Ceuta, Andorra. Damals sprach man in Andalusien noch vom Playoff-Kurs, nach dem 2:0 gegen Leganés glühte die Luft. Dann kam der Knall: null Punkte, null Tore, jede Menge Fragen. „Der Fußball ist ein schnelles Geschäft“, sagt Ania mit rauer Stimme, „aber er kann genauso schnell wieder zurückgeben.“
Die Zahlen sind gnadenlos: seit der Rückrunde kassierte Córdoba in jedem Spiel mindestens ein Gegentor – sieben Mal gelang das in der Hinrunde nicht. Die Pressekonferenz wird zur Gruppentherapie. „Manche Spieler brauchen zurzeit kein Gespräch, sie brauchen Distanz“, gibt er zu. Andere wiederum suchten die Konfrontation, um sich selbst zu erhören. Ania spricht von „Mikromanagement im Kader“, fast so wäre er Sozialpädagoge statt Coach.

Systemwechsel? lieber nicht
Ein Befreiungsschlag mit Fünferkette? Für den Asturier undenkbar. „Ich habe in meiner Karriere nie mit einer Fünferkette gearbeitet, und diese Mannschaft ist auf ein 4-3-3-System programmiert“, sagt er knapp. Radikale Schnitte seien „Kontraproduktiv“. Stattdessen fordert er „Energie im Pressing“ und eine rascere Entscheidungsfindung im letzten Drittel. Die Botschaft: Wir korrigieren, wir reißen nicht ab.
Die nächste Chance kommt am Sonntag gegen Mirandés. Ein Sieg würde die Krise für 90 Minuten ausschalten, eine Niederlage die Axt weiter wetzen. Ania will sich nicht in Spekulationen verlieren, weder über Rubén Alves‘ Absetzung als Kapitän noch über die gescheiterten Aufstiegsprämien aus dem Februar. „Interna bleiben intern“, sagt er und schließt mit einem Satz, der fast schon wie ein Mantra klingt: „Wir sind nicht die erste Mannschaft, die durchs Tal läuft – aber wir werden auch wieder rauskommen.“
