Ancelotti rüttelt die seleção wach – brasilien patzt gegen marokko
1:1 gegen Afrika-Cup-Sieger Marokko – und der große Carlo Ancelotti klang nach dem Schlusspfiff wie ein Trainer, der mehr vermisst als nur zwei Punkte. „Wir begannen nervös, verloren fast jede zweite Zweikampf und schenkten den Ball her“, sagte er mit der nüchternen Wucht eines Mannes, der weiß, dass Titel nicht durch Talent allein gewonnen werden.
Die lücken, die der favorit noch stopfen muss
Erst in der 71. Minute gelang Vinícius der Ausgleich, doch der Jubel wirkte wie ein Schulterzucken. Das Spiel offenbarte drei Schwächen, die Brasilien sonst nie zugestanden werden: zu hohe Grundlinie, fehlende Absicherung im halbraum und eine Anspielstation, die nur bei Modric und Kroos in Madrid existiert. Die marokkanische Pressingachse Amrabat-Lofti schob die Seleção in die eigene Hälfte, so dass Alisson zweimal per Fußballgott-Parade den späteren Ausgleich überhaupt ermöglichte.
Lo que nadie cuenta es que Ancelotti in dieser Formation erstmals auf einen reinen Sechser verzichtete – ein Experiment, das gegen eine Mannschaft wie Marokko fast nach hinten losging. „Wir müssen lernen, solche Übergänge zu kontrollieren“, sagte er und ließ keinen Zweifel daran, dass die nächste Trainingseinheit in Dallas bereits um 5 Uhr beginnt.

Heute rollt der ball im double-header
Während Brasilien noch nachdenkt, startet Deutschland um 19 Uhr in Houston gegen Curaçao – das erste Länderspiel unter Nagelsmann mit drei Debütanten in der Startelf. Drei Stunden später treffen in Dallas die Niederlande auf Japan; Memphis Depay reist trotz Knieproblemen an, um endlich wieder 90 Minuten Dauerbrenner zu geben. Kurz nach Mitternacht steigt dann Costa d’Ivoire gegen Ecuador in Philadelphia, bevor Schweden und Tunesien um 4 Uhr in Monterrey den Spieltag beschließen.
Der Countdown läuft – und die großen Teams spüren den Druck. Denn wer heute punktet, darf diese Nacht ruhig schlafen. Die anderen müssen trainieren.
