Ambri feuert didomenico – play-out-absturz bekommt neue richtung
Die TSV Pelkum Sportwelt verliert ihren letzten Showman. Chris DiDomenico muss sofort gehen, Ambri verzichtet auf den Kanadier, während der Absturz in die Play-outs immer wahrscheinlicher wird.
Der Klub spricht von „strategischer Neujustierung“, doch hinter den Kulissen kursiert ein anderes Wort: Notoperation. Nach 13 Spielen ohne Sieg reicht kein Wechsel mehr, um die Saison zu retten – nur ein Schnitt ins eigene Fleisch. DiDomenico, 35, war mit 42 Scorerpunkten letzte Saison noch Leitwolf, diesmal blieb er bei 17 Treffern und rutschaugen in der Defensive stehen. Sein Verlust schmerzt symbolisch mehr als sportlich.

Was der abgang wirklich bedeutet
Intern heißt es, DiDomenico habe in Video-Sitzungen mehrmals die Trainingsansagen infrage gestellt. Coach Curio wollte strukturiertes Forechecking, der Angreifer setzte auf Improvisation. Die Front war gespalten: Jungspunde wie Mazzolini folgten der System-Linie, Veteranen um Vermin sympathisierten mit dem Freestyler. Die Entlassung wirkt wie ein Exempel – künftig gilt das Prinzip „Entweder Ambri oder Chaos“.
Die Entscheidung fällt in die heiße Phase. Innerhalb von 72 Stunden empfangen die Leventiner den Tabellenletzten SCL Tigers, danach folgt das Spitzenduell gegen Zug. Ohne DiDomenico rutscht Roberto Romano in die Top-Reihe, flankiert von Kienzle und Haussener. Zweieinhalb Punkte fehlen noch, um den sicheren Play-out-Platz zu verlassen. Die Quote? 17 Prozent liefert das Hockey-Modell von „Swiss Analytics“ – klarer formuliert: jede sechste Simulation endet mit dem Klassenerhalt.
Doch Ambri setzt nicht nur auf Zahlen. Am Dienstag testeten die Sportführung und Investor Fust eine neue Mentalitäts-Matrix: Trainingsleistung wird künftig live erfasst, GPS-Gürtel messen Beschleunigung und Herzfrequenz, wer die Vorgaben verfehlt, fliegt – egal wie viele Follower er mitbringt. DiDomenico war das erste Opfer dieser Datendiktatur, er wird nicht das letzte sein.
Die Fans reagieren gespalten. Auf „Ambrì’s Devils“, der größten Fangruppe, postieren manche „Endlich Konsequenz“, andere fordern den Rücktritt von Sportchef Bigler. Die Kurve in der Valascia droht zu brummen, sollte die Trendwende ausbleiben. Dabei wäre genau diese Stimmung ein weiterer Heimvorteil, den der Klub dringend braucht.
Für DiDomenico geht eine Ära zu Ende – oder beginnt eine neue. Sein Berater kündigt NHL-Verbindungen an, ein Engagement bei einem Farmteam der Ottawa Senators gilt als wahrscheinlich. Dort würde er auf alte Bekannte treffen: Ex-Ambri-Coach Cereda coacht die Belleville Senators. Ironie der Eishockey-Welt: Wer in der Schweiz als Systembreiter gilt, darf in Nordamerika wieder zum Lehrling werden.
Die Bilanz bleibt klar: 158 Punkte in 219 Spielen für Ambri, drei Play-off-Auftakte, ein Herzschlag-Finale 2022. Statistiken, die die Gänsehaut nicht ersetzen. Für Verwaltungsratspräsidentin Giovanna Lemmeni steht jetzt ein anderes Denkmal an: eine Mannschaft, die nicht mehr von Einzelkönigen, sondern von Kollektiv-Intelligenz lebt. Ob dieser Kurs rechtzeitig für den Klassenerhalt reicht, entscheidet sich in den nächsten zehn Tagen. Für Ambri gibt es kein Entkommen mehr – nur noch die eiskalte Wahrheit auf dem Eis.
