Amber glenn: eiskunstlauf-star spricht offen über druck, angst und ihre sexualität

Olympia-hoffnung im fokus: amber glenn und der triple axel

Amber Glenn gehört zu den größten Medaillenhoffnungen der USA bei den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina. Ihre Stärke liegt nicht nur in ihrer sportlichen Leistung, insbesondere dem selten beherrschten Triple Axel, sondern auch in ihrer Offenheit über ihr persönliches Leben. Die Athletin steht im Zentrum der Aufmerksamkeit – sowohl sportlich, als auch menschlich.

Kindheit unter enormem druck: ein toxisches umfeld

Kindheit unter enormem druck: ein toxisches umfeld

Im Gespräch mit dem „Time“-Magazin enthüllte Glenn, dass sie schon als Kind extremem Leistungsdruck ausgesetzt war. Jeder Auftritt, jeder Wettkampf sei als „Leben und Tod“ empfunden worden. Der Fokus lag ausschließlich auf dem Eiskunstlauf, Konkurrenz wurde über Gemeinschaft gestellt, Vergleiche waren an der Tagesordnung. „Das war toxisch“, betont Glenn heute. Dieser Druck führte zu schwerwiegenden Folgen für ihre Gesundheit.

Essstörung und angstzustände: der kampf um die mentale gesundheit

Essstörung und angstzustände: der kampf um die mentale gesundheit

Glenn entwickelte eine Essstörung und ihre Angstzustände verschlimmerten sich. Es folgten psychiatrische Behandlungen, Medikamente und schließlich ein stationärer Aufenthalt. In dieser dunklen Zeit war das Eiskunstlaufen kurzzeitig kein Thema. „Es war beängstigend. Ich wusste nicht, ob ich je zurückkommen würde“, erinnert sich die Athletin.

Coming-out und selbstakzeptanz: ein langer weg

Coming-out und selbstakzeptanz: ein langer weg

Neben dem sportlichen und mentalen Kampf hatte Glenn auch mit ihrer Sexualität zu kämpfen. Bereits mit 11 oder 12 Jahren spürte sie, dass ihre Gefühle anders waren als die ihrer Freundinnen. In ihrem konservativen Umfeld in Texas wurde offen über mentale Gesundheit und Sexualität nicht gesprochen. Ihr erstes Coming-out hatte sie bei ihrer jüngeren Schwester, die sie sofort unterstützte.

Stimme für die lgbtq-community: politisches statement bei olympia

Trotz der Unterstützung ihrer Schwester dauerte es lange, bis Glenn sich traute, offen zu ihrer Bisexualität und Pansexualität zu stehen – aus Angst vor Ablehnung in der Eiskunstlauf-Welt. Schließlich entschied sie sich: „Ich war es leid, mich zu verraten, nur um Erwartungen zu erfüllen.“ Bei ihrer ersten Olympia-Pressekonferenz in Mailand sprach sie sich deutlich für die Rechte der LGBTQ-Community in den USA aus und betonte, dass auch Sportlerinnen und Sportler eine Stimme haben sollten.

Mehr als nur eine sportlerin: glenns botschaft

„Politik betrifft uns alle“, sagt Glenn, die sich weigert, sich auf ihre Rolle als „nur Sportlerin“ zu beschränken. In Mailand wird sie nicht nur wegen ihrer persönlichen Geschichte im Fokus stehen, sondern auch wegen ihrer sportlichen Fähigkeiten. Sie ist eine von nur zwei Frauen, die den anspruchsvollen Triple Axel bei Olympia zeigen wollen und gehört damit zum Kreis der engsten Favoritinnen.