Altmaier bricht ab, maria scheitert wieder – deutsches tennis versinkt in indian wells

Indian Wells, 4. März 2026, zweiter Matchtag: Was für Daniel Altmaier und Tatjana Maria als Hoffnung auf frischen Wind begann, endet erneut im Debakel. Der Kerpener verlässt Court 5 nach 52 Minuten mit schmerzverzerrtem Gesicht, die Bad Saulgauerin verabschiedet sich eine Stunde später mit dem fünften Erstrunden-K.o. in Serie. Die deutsche Tennis-Hoffnung? Ein Schatten.

Altmaiers körper rebelliert – und mit ihm die saison

3:6, 0:1 – mehr war gegen Miomir Kecmanovic nicht drin. Dann knallt Altmaier den Ball in das Netz, packt sich an die Hüfte und schleppt sich zum Stuhl. Der Aufschlag von Kecmanovic, der in Acapulco noch Alexander Zverev blamiert hatte, war diesmal nur Nebensache. „Die Adduktoren machen einfach dicht“, sagt Bundestrainerin Barbara Rittner später, „das ist kein mentales Problem mehr, das ist Rohstoff.“

Die Zahreihe klingt wie ein Lehrbuch über Sportverlust: sieben Matches, sieben Niederlagen, kein Satzgewinn seit der Australian-Open-Quali. Wer im Vorjahr noch auf Position 44 schwebte, rutscht nach diesem Auftritt voraussichtlich auf Platz 68 – hinter Altmaier liegt nur noch die ATP-Welt. Der 27-Jährige hatte im Winter auf Mallorca mit Physio Mariano Puerta ein neues Fitnessprogramm erprobt, doch das Körpergewicht stagniert bei 88 Kilo, die Beweglichkeit ist eingebrochen. Ein Leistungsdiagnostiker aus Köln schickte ihm vor zwei Wochen eine Mail: „Deine VO2-Max-Werte erinnern an einen Freizeitsportler.“ Altmaier antwortete nicht.

Maria irrt von first-round-falle zur nächsten

Maria irrt von first-round-falle zur nächsten

Währenddessen kämpft Tatjana Maria auf Court 3 gegen Sorana Cirstea – und gegen die Uhr. 1:54 Stunden dauert das Match, dreimal liegt sie vorne, dreimal verpasst sie den Sprung. 4:6, 6:4, 3:6 lautet die bittere Bilanz. Die einstige Wimbledon-Finalistin agiert wie unter Sedierung: 21 Winner, 38 unerzwungene Fehler, ein Aufschlagspiel in Satz drei, das sie ausgibt wie ein Busticket. „Ich weiß einfach nicht, wo meine Beine sind“, sagt sie im Mixed-Zone-Gespräch und klingt dabei so, als rede sie über jemand anderen.

Die Statistik doppelt nach: Fünf Turniere 2026, fünfmal Erstrunden-Aus. Die letzte Sieg-Serie datiert aus dem Januar – Hobart und Manila, beides Challenger. Seitdem hat die 38-Jährige 15 von 16 Sätzen verloren. Ihr Weltranglistenplatz 87 wird nächste Woche zur Tarnnummer – sie fällt voraussichtlich auf 115. Ihr Coach Jürgen Schnitzler spricht von „Übergangsjahreszeit“, doch das klingt nach Beschönigung. Maria selbst hatte vor der Saison erklärt, „noch zwei Jahre Vollgas“ zu gehen. Das Gas ist jetzt ein Rückwärtsgang.

Zverev muss die fahne schwingen – allein

Übrig bleibt Alexander Zverev, der nach Freilos erst am Freitag aufschlägt. Der Melbourne-Halbfinalist trainierte am Dienstagabend mit neuem Co-Trainer Alexander Popp, der ihn auf dem Center-Court mit schallenden Vorhand-Longlines quälte. „Wir wissen, dass Sascha die Last trägt“, sagt Rittner, „aber er trägt sie gern.“ Die Frage ist nur, wie lange die Schultern halten, wenn hinter ihm die Reihen Lücken schlagen.

Die Sonne über der Wüste Kaliforniens sinkt, die Stimmung im Indian-Wells-Garden ist trotzdem gedämpft. Deutsche Fans tragen Trikots mit dem Schriftzug „重新启动“ – Neustart auf Chinesisch. Der Neustart bleibt aus. Altmaier fliegt morgen früh nach Düsseldorf, Maria nach Stuttgart. Beide wissen: Die nächste Chance heißt „Miami“, aber die Uhr tickt. Und sie tickt laut.