Alonso wirft aston martin vor: saison-aus nach rennen zwei
Fernando Alonso spricht schon vor dem zweiten Grand Prix der Saison das aus, was kein Fan der Formel 1 hören will: „Die Saison ist gelaufen.“ Nach dem Debakel von Melbourne reist der zweimalige Weltmeister nach Shanghai, ohne auch nur ein Fünkchen Hoffnung im Gepäck zu haben.
Die Wahrheit klingt wie ein Seitenstecher, nur dass sie sitzt: Das AMR26 zittert sich selbst zu Tode. Vibrationen aus dem Triebwerk schießen durch Kohlefaser und Metall, bis die Nervenbahnen in Alonsos Handflächen zu brennen beginnen. Lance Stroll schlug sich die Hände ebenfalls wund, doch die Boxencrew hatte nichts in petto außer tapferem Schweigen. Beide Boliden gingen in Australien kaputt, beide landeten in der Garage statt im Ziel.
Shanghai wird zur geduldsprobe
„Wenn wir Shanghai mit einem normalen Freien Training und Qualifying verlassen, bin ich zufrieden“, sagt Alonso in der Pressekonferenz. Der Satz klingt nach Resignationsstufe vier. Kein Wunder, denn seit Melbourne sind keine neuen Teile angekommen, keine Lösung, kein Plan B. Die Ingenieure stochern im Nebel, weil die Fehlerquelle selbst das Messinstrument spuckt.
Ein normales Wochenende – das wäre:
- Drei Trainingseinheiten ohne rote Flagge
- Ein Qualifying ohne Motoren-Defekt
- Ein Rennen, in dem man Runden dreht statt Schmerzensgelder kassiert
Klingt nach Mindestanspruch, ist aber Luxus. Alonso: „Sobald wir die Zuverlässigkeit hinbekommen, hinken wir in der Performance hinterher.“ Die Chronologie ist ein Albtraum: erst die Hände taub, dann der Speed weg.

Die strategie: schadensbegrenzung statt angriff
Teamchef Mike Krack schickt seine Crew auf eine Art Dauerwache. Jede Installationsrunde wird zum Lotterielos: Schwingt das Getriebe? Schlägt die Zündung an? Die Datenlogger spucken Gigabyte aus, doch die Antwort bleibt aus. „Die Probleme tauchen Tag für Tag aus dem Nichts auf“, sagt Alonso. Für einen 44-Jährigen, der jeden Stint analysiert wie ein Schachgroßmeister, ist das pure Katastrophenlogik.
Die Saison umfasst 24 Rennen, Tendenz steigend. Schon jetzt zählt Aston Martin die, die noch kommen, als Verlustrennen. Sponsoren wollen Podestfotos, nicht Schmerzprotokolle. Die Aktienmutter in Silverstone dürfte hellhörig werden, wenn in China wieder beide Autos vorzeitig ausscheiden.
Alonso selbst wirkt wie ein Mann, der weiß, dass seine Zeit keinen Reset-Button mehr hat. Noch zwei Jahre Vertrag, aber keine Garantie, dass Aston Martin bis dahen den Turbo der Statik entzaubert. Zwischen den Zeilen schwingt ein Gedanke mit, den er nicht laut ausspricht: „Vielleicht war Melbourne erst der Anfang vom Ende.“
Los geht’s am Sonntag um 8.00 Uhr MEZ. Sky sendet live, Aston Martin hofft auf ein Wunder – und Alonso darauf, dass er Shanghai mit Gefühl in den Fingern verlassen darf. Die Saison ist zwei Rennen alt und doch schon Geschichte. Die Chronisten werden sich merken: 2026 begann mit einem Zittern und endete in einem Flüstern.
