Alonso: kanada-debakel! aston martin im cadillac-duell chancenlos

Fernando Alonso verließ Montreal mit dem Gesicht des Verrats. Nach einem chaotischen Qualifying, das er als 19. beendete, steht für den zweifachen Weltmeister am Sonntag ein schwieriger Rennverlauf bevor. Einmal mehr offenbarte Aston Martin seine Schwächen, während die Konkurrenz, allen voran Cadillac, davonziehen konnte.

Ein sprint-spektakel als trügerische hoffnung

Ein sprint-spektakel als trügerische hoffnung

Das Qualifying in Kanada war für Alonso ein einziges Desaster. Zwar hatte er im Sprintrennen noch den Sprung ins Q2 geschafft (16. Platz), doch dieser Erfolg war lediglich ein kurzer Hoffnungsschimmer. Der AMR26 fand prompt wieder zu seiner natürlichen Position zurück: dem Kampf mit den Cadillac-Boliden, allerdings als Verlierer. Das Fahrzeug von Silverstone offenbarte erneut seine Schwächen, die sich in einer Reihe von unglücklichen Umständen manifestierten.

Nachdem im Sprintrennen ein Kontakt mit dem Audi von Bortoleto den Frontflügel beschädigt hatte, komplizierten sich die Verhältnisse im Qualifying weiter. Einmal mehr war Alonso von unglücklichen Umständen betroffen. Direkt zu Beginn des Qualifying wurde er beim Einfahren in die Auslaufzone durch den Alpine von Colapinto behindert. Ein potenziell gefährlicher Moment, der zu einer sofortigen Untersuchung durch die Rennleitung führte. Eine Strafe in Form einer Geldstrafe für Aston Martin ist die wahrscheinlichste Konsequenz.

Doch das war noch nicht alles. In seinen schnellen Runden kam es zu einer weiteren gefährlichen Situation, als Alonso dem Cadillac von Sergio Pérez begegnete, der sich in den letzten Kurven des Gilles Villeneuve Circuits auf einen Angriff vorbereitete. Pérez fuhr dabei ungewöhnlich langsam, was Alonso zu einer Ausweichbewegung zwang, um Schlimmeres zu vermeiden. „Wow, der Cadillac in der letzten Kurve“, kommentierte Alonso über Funk. Keine Wut, sondern eine Warnung vor der Gefährlichkeit der Situation, die die Rennleitung ebenfalls unter die Lupe nahm. Dieser Ausweichmanöver beeinträchtigte seine Ideallinie kurz vor der letzten Kurve, was sich negativ auf die Reifen auswirkte.

Die resultierenden Zeiten reichten nicht aus, um sich für das Rennen zu qualifizieren. Alonso landete gemeinsam mit Esteban Ocon, Alex Albon, Sergio Pérez, Lance Stroll und Valtteri Bottas im hinteren Mittelfeld. Einziger Trost, wenn man ihn so nennen will: Er unterbot erneut die Zeit seines Teamkollegen. Seine Bilanz von 41:0 Siegen gegen seinen direkten Konkurrenten nähert sich den Rekorden von Ayrton Senna (44), Alex Albon (47) und Michael Schumacher (56), die ebenfalls über ihre Teamkollegen dominierten.

Die bittere Realität ist, dass Aston Martin in dieser Saison kaum eine Chance gegen die Konkurrenz hat. Der einzige ernstzunehmende Gegner ist derzeit Cadillac. Die Ambitionen des Teams, zu den Top-Herstellern aufzuschließen, scheinen in weite Ferne gerückt zu sein. Die Frage ist, ob Aston Martin die Kurve bekommt oder ob die Saison in Kanada der Beginn eines längeren Abstiegs ist. Die Antwort wird das Rennen am Sonntag zeigen – und die kommenden Entwicklungsfortschritte.