Schalke 04: Aufstiegsthema bleibt tabu, trotz Euphorie und Erfolg
Verbaler aufstiegsdiskurs
Die Frage, ab wann man vom Aufstieg sprechen könne, umdribbeln die Schalker verbal gekonnt. Trotz des fünften Sieges in Folge, trotz der Tabellenführung und trotz aller Euphorie bleibt das Thema Aufstieg tabu. Die Stimmung in der heimischen Arena ist längst wieder erstligareif, doch die jüngste Vergangenheit hat bei den Spielern und Bossen für Bescheidenheit gesorgt.
Neues konzept für schalke 04
Als auch die vergangene Saison zu einem schweißtreibenden Angsttraum wurde, war den Verantwortlichen klar: So darf es nicht weitergehen. Also setzten sich vor rund einem Jahr Vorstandsboss Matthias Tillmann (41), Sportdirektor Youri Mulder (56), die Analysten sowie die KI-Experten des Klubs zusammen, um ein neues Konzept für Schalke 04 zu entwickeln.
Präsentation des konzepts
Dieses Konzept wurde sowohl Sportvorstand Frank Baumann (50) als auch Trainer Miron Muslic (43) vor deren Verpflichtungen präsentiert, mit der Frage, ob sie sich damit voll und ganz identifizieren können. Sie bejahten. Das Konzept geht um die Spielerprofile, die Spielweise, Trainingsformen – bis hin zur Vermittlung der Inhalte an die Profis.
Video-analysen und neue trainingsmethoden
Die Video-Analysen waren zuvor wie ein Überraschungsticket im Kino. Man wusste nicht, was man zu sehen bekommt. Die Spieler beschwerten sich hinter vorgehaltener Hand, dass die Analysen unstrukturiert seien, ohne Konzept. Unter Muslic, der zu Saisonbeginn übernahm, werden die meisten Analysen nun in kleinen Kreisen durchgeführt.
Zusammenhalt und identifikation
Die Identifikation ist merklich gewachsen, was zwei Spieler besonders unterstreichen: Kapitän Kenan Karaman (31) und sein Vize Timo Becker (28). Beide sind nicht nur Mitglied bei Schalke 04, sondern haben Anteile an der Stadion-Genossenschaft gekauft. Auch Muslic unterschrieb zuletzt einen Mitgliedsantrag, sämtliche Vorstandsmitglieder – Tillmann, Baumann und Finanz-Chefin Christina Rühl-Hamers (49) – sind ebenfalls Mitglieder und Genossen.
Visuelle förderung der verbindung
Dass auch die anderen Spieler mit dem sechsgrößten Klub der Welt (ca. 200 000 Mitglieder) von Beginn an eine Verbindung aufbauen, wird nun auch visuell gefördert. Sämtliche Neuzugänge bekamen ein Video präsentiert, in dem Schalkes ganzes Emotionspaket geöffnet wird.
Zusammenhalt in der chef-etage
Ein Zusammenhalt, der sich mittlerweile auch in der Chef-Etage wiederfindet. Tillmann hat es endlich geschafft, eine Kultur des Miteinanders zu schaffen. Wozu vor allem Baumann beiträgt, der allein schon räumlich näher am Geschehen ist – nämlich in der Geschäftsstelle.
Schalke als aufstiegskandidat
Die Macht im sportlichen Bereich liegt nun fast ausschließlich bei Baumann. Seine ruhige, besonnene Art hat Schalke geholfen. Der Klub ist nun das, was vor wenigen Monaten keiner für möglich gehalten hätte: ein Aufstiegskandidat.