Admira und fac stolpern: aufstiegsträume platzen in salzburg
Die FC Admira schafft es nicht, den Druck zu nutzen. Beim 0:0 in Salzburg versiegt die Offensive vollkommen, und die Tabellenführung rückt vier Punkte weg. Kurz darauf kassiert der FAC in Liefering einen 1:3-K.o. nach 83-minütiger Führung – zwei Pleiten an einem Abend, die das Rennen um die Bundesliga-Rückkehr neu ordnen.
Suchards zweites spiel, zweiter dämpfer
Harald Suchard stand erneut an der Linie, doch die Wirkung blieb aus. Salzburg verteidigte tief, kompakt, mit fünf Kettengliedern. Die Admira? Viel Ballbesitz, null Durchschlagskraft. Kein Schuss aufs Tor in der ersten Hälfte, kein nennenswerter Abschluss nach der Pause. Die Statistik lügt nicht: xWert von 0,48 zeigt, dass ein Sieg eher Zufall gewesen wäre.
Dennoch hätte der VAR die Gäste beinaen retten können. In Minute 78 rutscht Stefan Meusburger im Strafraum weg, berührt den Ball mit der Hand – Schiri Gishamer läuft weiter, Videobilder gibt es nicht, weil die Produktion in Salzburg gerade auf Analog umstellt. „Ein Pfiff wäre hier und auf dem Mond ein Elfmeter“, schimpft Co-Kapitän Arbeloa im Mixed-Zone. Die Enttäuschung sitzt tief.

Floridsdorfer feuerwerk kocht in fünf minuten über
Während die Admira noch mit der Unschärfe hadert, explodiert das andere Wien-Duell. Tomislav Glavan köpft nach Ecke zum 1:0 ein, Liefering wirkt geschlagen. Doch der FAC vergisst, das Spiel zu kontrollieren. Ilia Ivanschitz, Sohn von Ex-Teamspieler Andreas, schlenzt aus 18 Metern zum Ausgleich. Die Uhren stehen bereits auf 90+2, als Adejenughure erst den zweiten und Sekunden später den dritten Treffer erzielt – beide Male nach katastrophalem Rückwärtslauf der Gäste.
Trainer Rene Poms beißt sich auf die Lippen. „Wir haben in der 85. Minute aufgehört, Fußball zu spielen“, sagt er. Die Zahlen bestätigen: zwischen Minute 83 und 94 fällt drei Mal das Tor – und kein einziger FAC-Spieler gewinnt mehr als 25 % seiner Zweikämpfe.

St. pölten lacht, rückrunde wird zur zitterpartie
Die Konsequenz: St. Pölten kann am Sonntag mit einem Sieg gegen Horn die Lücke auf sieben Punkte zur Admira bzw. sechs zum FAC ausbauen – bei einem Spiel weniger. Die Rückrunde verspricht kein Selbstläufer: die Admira muss noch nach St. Pölten und nach Horn, der FAC empfängt die Niederösterreicher direkt im Prater. Wer jetzt zulegt, spart sich die Relegation. Wer strauchelt, schaut in die Play-off-Falle.
Die Aufstiegslogik ist gnadenlos: Nur zwei Tickets, keine Wildcards. Und die Uhr tickt. Noch neun Spieltage, zwei Pleiten reichen, um aus dem Grätzel der Hoffnung in die Ritze der Verzweiflung zu fallen. Die Admira kennt das Gefühl – vor zwei Jahren schon. Der FAC will es endlich loswerden. Doch am Samstag haben beide gezeigt: Träume sind haltbar, bis sie in fünf Minuten zerplatzen.
