Allegri zieht die notbremse: milan vor dem abrutschen, torino kommt zur unzeit
Die Woche war für Milan ein einziger Kater. Nach dem Desaster gegen Lazio steht der Klub plötzlich mit dem Rücken zur Wand – und jetzt kommt Torino, das Team, das in dieser Saison schon drei Top-Teams das Genick gebrochen hat. Massimiliano Allegri ballte beim Medientermin in Milanello die Faust: „Wir müssen wieder lernen, zu Hause zu siegen, sonst wird das eine Römer-Hochzeit ohne uns.“
Allegri wirft gimenez ins kalte wasser
Der Coach bestätigte, dass Neuzugang Gimenez nach seiner Muskelblessur sofort wieder im Kader steht. „Er hat keine Zeit zur Eingewöhnung, wir brauchen seine Aggressivität gegen Torinos Ketten“, sagte Allegri. Mit Blick auf Leao und Pulisic fügte er hinzu: „Beide waren verletzt, jetzt sind sie wieder da – aber die Uhr tickt. Wer nicht trifft, fliegt raus.“
Die Zahlen sind gnadenlos: Milan kassierte in den letzten fünf Partien acht Gegentore, die beste Defensive der Hinrunde wirkt wie entzaubert. Allegri schob die Schuld nicht nur auf die Abwehr: „Wir verlieren die Bälle zu leichtfertig im Mittelfeld, dann stehen wir offen wie ein Scheunentor.“

Der geheime krieg um die champions-league-plätze
Hinter den Kulissen tobt ein Machtkampf. Allegri bestätigte, dass er sich täglich mit Sportdirektor Tare abstimmt – auch über die Kaderplanung für 2026/27. „Wir essen zusammen, wir streiten, wir finden Lösungen“, sagte er und betonte, dass Präsident Furlani die Marschrichtung vorgibt: „Wettbewerbsfähig und nachhaltig.“ Das klingt nach Sparen, klingt nach Verjüngung, klingt nach Abschied einiger Stars.
Die Fans indes fordern Blut. Nach dem 0:3 in Rom flogen Plastikbecher Richtung Mannschaftsbus, die Curva Sud kündigte einen „stummen Protest“ für Samstag an. Allegri kennt die Druckwelle: „Wenn wir gegen Torino erneut patzen, wird das Stadion kochen – und nicht nur das.“
Die Meisterschaft ist laut Allegri ohnehin gelaufen. „Inter hat das Rennen in der Hand, wir müssen bloß noch die Champions League sichern“, sagte er und versuchte, die Erwartungshaltung zu drosseln. Doch die Wahrheit ist: Bei einer erneuten Niederlage würde der Rückstand auf Platz fünf schrumpfen – und das Milan-Projekt ins zweite Jahrzehnt der Durststrecke rutschen.
Um 18 Uhr ertönt im Giuseppe-Meazza die Anstoß-Flöte. Allegri hat seine Spieler in dieser Woche mit Videos über Torinos Konterstärke traktiert. Die Botschaft: „Wer nicht sprintet, fliegt raus.“ Bei Milan ist nichts mehr sicher, nicht einmal der Coach. Seine letzte Rettung heißt drei Punkte – alles andere wäre das vorläufige Aus.
