Alexia putellas jagt real madrid und ihren 500. barça-auftritt
Camp Nou, 18:45 Uhr, Champions-League-Viertelfinale. Wenn Alexia Putellas heute gegen Real Madrid aufläuft, schreibt sie Geschichte: 500 Pflichtspiele für den FC Barcelona, nur Melanie Serrano liegt mit 519 Einsätzen vor ihr. In einem einzigen Satz: Die Kapitänin will den Clásico gewinnen – und dabei ihre eigene Legende vergrößern.
Von mollet bis zur marquesina: ein traum mit 14 clásico-toren
Seit 2012 trägt sie das Blaugrana, seitdem hat sie 345 Ligaspiele, 86 Champions-League-Partien und neun Supercopa-Einsätze absolviert. Die Bilanz gegen Real Madrid liestsich wie ein Horrorfilm für Madrider Augen: 14 Treffer erzielte sie gegen die Königlichen, niemand traf die Weißen in Frauenfußball-Kategorien häufiger. Neben der VfL-Torjägerin Ewa Pajor teilt sie sich die Spitze der ewigen Clásico-Schützen.
Doch die Zahl 500 ist erst der Anfang. Putellas steht aktuell auf 499 Pflichtspiele, Rang zehn im Gesamtranking des Klubs. Vorn liegt eine Männer-Galerie aus Hausnummern, die jeden Fußballfan sofort erkennt: Valdés (536), Puyol (593), Iniesta (674), Busquets (722), Xavi (767) und Messi (778). Eine rein weibliche Spitze wagt sich in diese Liste – und das ausgerechnet im Camp Nou, der Bühne ihrer größten Momente.

Camp nou: zwischen geisterpokal und weltrekord
Das erste Mal betrat Putellas das Stadion als Sechsjährige, Sektionsband um den Hals, Vater Jaume an der Hand. „Nur ein Traum“, sagte sie damals. Am 6. Januar 2021 wurde er Realität – nur ohne Zuschauer, dafür mit ihrem Treffer zum 1:0 gegen Espanyol, dem ersten Barça-Tor eines Frauenteams im Camp Nou. „Als der Ball einging, blieb ich kurz allein auf dem Rasen stehen“, erinnert sie sich. „Da wurde mir klar, dass wir Geschichte schreiben.“
Ein Jahr später war die Kathedrale randvoll: 91.553 Fans beim 5:2 gegen Real Madrid, damit neuer Weltrekord. 23 Tage später stiegen sie auf 91.648 gegen Wolfsburg. Beide Male Putellas auf dem Platz, beide Male ihre Signatur geprägt von Energie und Spielfreude. „Unvorstellbar“, sagte sie nach dem Wolfsburg-Spiel. „Der Bus-Eingang, die Menschenmenge, das Lampenfieber – das ist der Treibstoff, der uns in die nächste Runde schießt.“

Die rechnung mit madrid und der blick auf eindhoven
Heute also möglicherweise Spiel Nummer 500. Und wieder Madrid als Gegner. Wenn Coach Pere Romeu sie von Anfang an aufläuft, wartet eine Mannschaft, die sie wie kein anderer kennt. 14 Tore in 18 Pflichtspielen gegen Real – das ist keine Statistik, das ist Psychologie. „Wenn Madrid in den Katakomben vom Camp Nou steht, weiß jede Spielerin, dass Alexia auf dem Rasen steht“, sagte ein Barça-Analyst kürzlich. „Das ist ein mentales Plus, bevor das erste Spielgerät rollt.“
Dabei steckt hinter der Jubiläumszahl auch ein bisschen Wehmut. In der letzten Camp-Nuo-Partie gegen Chelsea (1:1, Halbfinale 2023) fehlte sie, frisch genesen von einem Kreuzbandriss. Die Trophäe holte Barça trotzdem, in Eindhoven gegen Wolfsburg – ohne ihre Kapitänin. Jetzt ist sie zurück, bei Kilometer 499, bereit, die fehlende 500 mit einem Sieg gegen den ewigen Kontrahenten zu veredeln.
Die Uhr tickt, die Tribüne bebt. Putellas jagt Madrid – und ihre ganz persönliche Bestmarke. Die Zahl 500 ist kein Makel, sie ist eine Kampfansage. Und wer weiß: Vielleicht wird schon morgen über Spiel 501 gesprochen, wenn das Semifinale feststeht. Der Countdown läuft, der Clásico ruft. Für Alexia Putellas beginnt bei 500 ein neues Kapitel, nicht das letzte.
