Alexander nübel muss stuttgart verlassen – gehalt von zehn millionen blockiert weiterbeschäftigung
Die letzte Umarmung war schon der Abschied. Nach dem 0:3 im Pokalfinale klatschte die VfB-Kurve zehn Minuten lang für Alexander Nübel, doch der Torwart winkte wie ein Mann, der weiß: Das war’s. Sebastian Hoeneß sagte es dann offen: „Ich werde ihn vermissen.“ Sommer 2026, Vertrag aus, Kapitel zu.
Hoeneß zieht schlussstrich – „enormen spaß gemacht“
Der Trainer sprach vom „gemeinsamen Weg“, der nun endet. Drei Jahre Leihe, 91 Pflichtspiele, eine Entwicklung vom Bayern-Reservisten zum Stuttgarter Leistungsträger. Doch selbst das Champions-League-Budget reicht nicht für ein Gehalt, das laut internen Zahlen bei 10 Millionen Euro pro Jahr liegt. Der VfB stemmte bisher 3,5 Millionen, den Rest zahlte München. Ein Modell, das nach dem Pokal-Debakel keine Fortsetzung findet.
Fabian Wohlgemuth hatte vor Spiel noch von „budgetären Einflussfaktoren“ gesprochen. Nach der Niederlage klang das wie ein Satz mit X. Denn selbst die Prämie für die Königsklasse ändert nichts an der Gehaltsstruktur. „Wir werden alle Dingen zusammensetzen“, sagte der Sportvorstand – Personaldeutsch für: Wir können ihn nicht halten.

Dennis seimen wartet – eigener nachwuchs für null euro
Während Nübel in Katar als Drittorwart die WM bestreitet, plant Stuttgart schon ohne ihn. Dennis Seimen, 20, kehrt von der Leihe in Paderborn zurück. 33 Zweitliga-Spiele, 8 Shutouts, Relegation gegen Bremen – der Junge ist heiß. Und kostet keinen Cent Gehaltstopf. Ein Argument, das in der Mercedesstraße mehr wiegt als jede Statistik.
Die Rechnung ist simpel: Seimens Vertrag passt in die Gehaltsbande eines Talents, Nübels Gehalt würde die komplette Torwart-Position für drei Jahre blockieren. „Wir haben einen klubeninternen Fahrplan“, sagte Hoeneß. Der heißt: Jugend vor Millionen.

Bayern verzichtet – neuer-problem bleibt ungelöst
Zurück in München? Christoph Freund schloss es aus. „Wir gehen mit den Tormännern, die wir jetzt haben, in die nächste Saison.“ Noch läuft Nübels Vertrag bis 2030, doch die Bayern wollen ihn nicht mehr. Dahinter steckt das ewige Duell mit Manuel Neuer. „Zwischenmenschlich hat es nicht gefunktet“, outete Hasan Salihamidzic im Doppelpass. Ein Satz, der in der Bayern-Hierarchie alles sagt.
Bleibt ein Auslandswechsel. Berater haben bereits in England und Spanien angeklopft. Dort zahlen Klubs für einen 29-jährigen Nationalkeeper auch 7 bis 8 Millionen Gehalt. Für Nübel ist es die einzige Rettung aus der Zwickmühle Stuttgart. Sonst steht er im Juli beim Bayern-Seepferdchen-Camp zwischen den Pfosten – und weiß: Das ist keine Zukunft, sondern nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zum Exit.
Die Zahlen sind gnadenlos: 10 Millionen Gehalt, 3 Jahre Leihe, 0 Perspektive. Stuttgart sagt Danke, Bayern sagt Tschüss. Und Nübel? Der fliegt nach Katar, ohne zu wissen, wo er im August trainiert. Aber er fliegt mit der Gewissheit: Die goldenen Jahre in Stuttgart sind vorbei – und die goldene Mitte seiner Karriere auch.
