Alcaraz kauft sich 9-millionen-yacht vor monte-carlo – und verteidigt thron gegen sinner

Carlos Alcaraz ballert wieder rote Staubwolken in Murcia, doch zwischen den Aufschlagdrills schwingt ein anderes Bild mit: ein 27-Meter-Katamaran, der auf polierter Werft in Danzig glänzt. Der Weltranglistenerste hat sich für rund neun Millionen Euro ein schwimmendes Zuhause geleistet – und das wenige Tage, bevor er in Monte-Carlo seinen Titel und die Krone gegen Jannik Sinner verteidigt.

Murcia statt mittelmeer – vorerst

Club Campo de Murcia, 8 Uhr morgens. Alcaraz und Coach Samuel Lopez bauen die Intensität Schlag für Schlag hoch. Die Beine sollen das Gedächtnis der roten Asche wieder erkennen, der Rückhand-Longline knallt Bande, das Lächeln bleibt. „Er sieht aus, als wäre er nie weggewesen“, sagt ein Club-Mitglied. Dabei war der 20-Jährige nach dem frühen Aus in Miami zwei Wochen außer Radar – und nutzte die Pause für einen Abstecher nach Polen.

Dort, in den Sunreef-Werften, unterschrieb Alcaraz den Kaufvertrag über ein 88-Fuß-Power-Katamaran. Das Design ist auf Ibiza-Blau getrimmt, die Sonnenplattform passt genau für eine Paddle-Showdown-Runde mit Freunden. Rafael Nadal fährt zwar ebenfalls einen Sunreef, aber eben nur 80 Fuß. Ein Detail, das in Spanien sofort als kleiner Thronwechsel gedeutet wird.

Bilanz der nächsten 63 tage: 4.000 punkte zu verteidigen

Bilanz der nächsten 63 tage: 4.000 punkte zu verteidigen

Monte-Carlo, Barcelona, Rom, Paris – der Juni wirft lange Schatten. Allein an Clay müsste Alcaraz 4.000 Punkte retten, um Sinner auf Distanz zu halten. Der Italiener fehlte in Miami ebenfalls im Endspiel, holte aber in Indian Wells und Miami satte 1.000 Punkte – und näherte sich auf 795 Zähler heran. Ein Satzverlust im Principat kann reichen, um die Spitze zu kippen.

„Wir sind Rivalen, keine Gegner“, sagte Alcaraz kürzlich in Miami. Dort scherzte er, zusammen mit Sinner könnten er und der Südtiroler sogar die Padel-Weltmeister Coello und Tapia schlagen. Sinner, trocken wie ein Dolomitwind: „Dann muss Carlos eben für zwei rennen.“ Auf Sand kann er es wahrlich brauchen.

Erste fahrt mit familie, zweite mit druck

Erste fahrt mit familie, zweite mit druck

Startschuss für die Yacht soll direkt nach dem Masters sein – „irgendwo vor Haustür“, sagt Alcaraz. Mit an Deck: Jet-Ski, Grill und die Cousins, die ihn auf Mallorca zum ersten Schläger griffen. Doch bis dahin bleibt nur Training. Erst die rote Erde, dann das blaue Meer. Wer nach Monte-Carlo früher als Dienstag oder Mittwoch denkt, landet in der Realität von Schlägerdrill und Aufschlagstatistik.

Die Saison ist jung, die Yacht ist bezahlt, die Krone wackelt. Und weil der Sport keine Gefälligkeiten kennt, wird Alcaraz in zwei Wochen wissen, ob die 27 Meter Luxus ein Trost- oder ein Siegesschiff bleiben.