Alberto gonzález spielt poker: 4:0-sensation – und jetzt droht er dem albacete-vorstand
Alberto González hat in Santander nicht nur drei Punkte erobert, er hat dem Klub-Vorstand die Pistole auf die Brust gesetzt. Mit dem höchsten Auswärtssieg der Saison (4:0) schickte der Málagueño eine unmissverständliche Botschaft: Wer mich halten will, muss jetzt zahlen.

27. März: das datum, das albacete zittern lässt
Genau vor einem Jahr unterschrieb González am 27. März seinen ersten Vertrag in La Mancha. Er fand eine Mannschaft im freien Fall vor, riss sie aus dem Abstiegsloch und stellte mit fünf Siegen in Serie einen Vereinsrekord auf. Jetzt, wiederum kurz vor dem 27., herrscht Funkstille. „Es gibt keine Schritte“, sagt er nach der Partie im Sardinero und lässt die Worte sinken. „Sie müssen entscheiden, wohin sie wollen.“
Die Zahlen sprechen für ihn. Unter seinem Kommando holte Albacete 17 Punkte aus den letzten 24 möglichen. Der Club steht auf Rang zwölf, drei Zähel über dem Strich, und hat das Image des Riesentöters zurück: Valencia, Eibar, Valladolid – alle gingen sie in Carlos Belmonte leer aus. Die Fans skandieren seinen Namen, doch die Geschäftsführung schweigt.
Intern brodelt es. Kapitän Riki stichelt nach dem Schlusspfiff: „Wir liefern ab, der Rest ist nicht unsere Baustelle.“ Sportdirektor Fran Gómez schiebt den Ball zurück: „Wir warten auf seine Forderungen.“ Dazwischen steht González, der sich mit jedem Sieg teurer macht.
Morgen um zehn Uhr trainiert die Mannschaft wieder. Am Samstag kommt Castellón, Tabellenvierter und Angstgegner der letzten Jahre. González wird auf der Pressekonferenz nicht über Taktik reden, sondern über Zukunft. Denn wenn der 27. März vorbei ist, könnte der Trainer, der Albacete vor dem Abstieg rettete, selbst den Abflug planen. Die Uhr tickt – und die Verhandlungspower wandert mit jedem Tor weiter auf seine Seite des Tisches.
