Alba reißt das ruder herum: wagner sichert playoff-sieg!

Berlin brodelte! Nach einer verkrampften Anfangsphase und einer beinahe schon historischen Niederlagenserie in den Playoffs gelang Alba Berlin unter der Leitung von Coach Pedro Calles ein umjubelter 90:85-Heimsieg gegen Rasta Vechta. Weltmeister Franz Wagner (24) war dabei der entscheidende Faktor, der die Wende einläutete.

Die erste minute als vorgeschmack auf eine nervenaufreibende partie

Die erste minute als vorgeschmack auf eine nervenaufreibende partie

Die Partie begann alles andere als vielversprechend für Alba. Bereits nach 38 Sekunden zeigte Tevin Brown, der am Samstag noch mit 30 Punkten glänzte, wer das Sagen hatte und versetzte die 7843 Zuschauer in der Uber Arena in einen Schockzustand. Die Erinnerung an die letzten 16 verlorenen Playoff-Spiele unter Calles lastete schwer auf der Luft. Brown präsentierte sich in Topform und erzielte bereits nach zehn Minuten 14 Punkte – ein Vorgeschmack auf eine Partie, die Nerven kosten sollte.

Doch Alba ließ sich nicht unterkriegen. Die Defense wurde aggressiver, das Team fand langsam seinen Rhythmus. Die Rückkehr von Malte Delow, der im Training einen Kopfschlag erlitten hatte, war ungemein wichtig. Er brachte frischen Wind ins Spiel und stabilisierte die Berliner Hintermannschaft. Nach einem Dreier von Kayil konnte sich Alba im zweiten Viertel erstmals etwas Abstand erarbeiten und ging mit 42:38 in die Pause.

Norris Agbakoko dominierte unter dem Korb

Das dritte Viertel gehörte Alba, in dem Center Norris Agbakoko mit einem spektakulären Dunk nach Hermannsson-Assist zum frenetischen Jubel anregte und den Spielstand auf 48:38 erhöhte. Vechtas Topscorer Brown schien plötzlich verschwunden zu sein, seine Leistung im Vergleich zum Vortag war ein Rätsel. Der Abstand wuchs auf satte 17 Punkte (68:51), ein deutlicher Hinweis auf die wachsende Überlegenheit der Berliner.

Doch Vechta gab sich noch nicht geschlagen. Angetrieben von Tommy Kuhse schafften es die Gäste, im letzten Viertel wieder anzugreifen. Die Spannung stieg ins Unermessliche, als der Rückstand langsam, aber sicher schrumpfte.

Hermannsson und Bean sichern den Sieg

In den entscheidenden Minuten bewies Martin Hermannsson eiskalte Nerven und verwandelte zwei Freiwürfe sicher. Dann war es Justin Bean vorbehalten, mit einem Dreier 13 Sekunden vor Schluss den Sack zuzumachen und Vechta die letzten Hoffnungen zu nehmen (88:83). Pedro Calles konnte endlich den Bann brechen – seine Playoff-Serie ist Geschichte. „Es war ein Kampf bis zum Schluss“, kommentierte Calles nach dem Spiel erleichtert. „Aber wir haben Charakter gezeigt und den Sieg verdient.“

Am Freitag geht es in Vechta weiter. Ob Alba die Momentum mitnehmen kann, wird sich zeigen. Die Entscheidung fällt dort. Die Leistung von Franz Wagner, der mit seiner Präsenz und seinem Kampfgeist den Ausschlag gab, ist ein Zeichen: Alba ist im Rennen um die Meisterschaft eine ernstzunehmende Kraft. Die Zahlen lügen nicht: 90 Punkte für Alba, 16 für Brown – ein deutliches Zeichen der Dominanz.