Alba berlin rettet heimserie mit 16-punkte-wende gegen rostock
21 Punkte Rückstand, zehn Minuten später der Jubel: Alba Berlin hat seine Tempelhofer Glashalle in eine Rasanz-Arena verwandelt und die Rostock Seawolves mit 89:85 niedergekämpft. Der Tabellenzweite entkam damit dem zweiten K.o. innerhalb von vier Tagen – und Malte Delow entkam der Kritik, indem er sie einfach wegtraf.

Delows dreier-kaskade lässt alba-süd-tribüne erbeben
Der 24-Jährige war es, der nach der 39:56-Pausen-Hypothek den Reset-Knopf drückte. Drei Dreier in Folge, ein Steal, ein weiterer Dreier – 13 Punkte in 134 Sekunden. „Wir haben gedacht, der Ball gehört ihm allein“, sagte Pedro Calles später und wischte sich demonstrativ den Schweiß von der Stirn. Die Seawolves wechselten auf Zone, doch Delow schob den Ball wie einen Schlüssel ins Schloss: 27 Punkte, 6/8 jenseits der Bogenlinie, ein Karrieretag.
Die Zahlen sprechen eine Sprache, die auch die Skeptiker verstehen: Alba erzielte im letzten Viertel 32 Punkte bei 67 % Feldwurfquote, Rostock brach auf 13 ein. „Wir haben die Köpfe hängen lassen, statt die Hände hoch“, sagte Seawolves-Coach Dirk Bauermann. Sein Team warf in den entscheidenden fünf Minuten nur noch Luft. Die Hauptstädter dagegen holten 7 Offensiv-Rebounds in Folge – ein Kraftakt, der die Halle in einen einzigen Trommelwirbel verwandelte.
Der Sieg bedeutet mehr als zwei Zähler im Konto. Nach der 68:99-Demontage durch Syntainics MBC hatte sich in Berlin ein Riss aufgetan, der bis in die Geschäftsstelle reichte. Sportdirektor Himar Ojeda sprach von „Bruchstellen im Selbstbild“. Jetzt, 48 Stunden später, ist die Saison wieder in einem Stück. Alba behält die weiße Weste im eigenen Parkett – und die 4.000 Fans behalten ihre Stimme, die sie bis Mitternacht durch die Kiez-Gassen trugen.
Am Freitag kam noch Ludwigsburg dazu. Die MHP Riesen schmetterten die Frankfurt Skyliners mit 97:65, dem höchsten Saison-Sieg eines Top-Teams. Doch die Nacht gehört Berlin. Wenn der Bus nach Rostock rollt, werden die Seawolves wissen: Sie waren nah dran, aber nah dran zählt nur in der U-Bahn. Alba dagegen fährt weiter auf der Überholspur – und Delow hat endgültig seinen Platz im Scheinwerferlicht eroben.
