Alba berlin plant mega-arena: 20.000 plätze, 2031 einzug, nba-einschreibung läuft
Alba Berlin hat der Hauptstadt am Freitag eine Basketball-Kathedrale versprochen, die sich sehen lassen kann: 16.000 bis 20.000 Zuschauer, 200 Events pro Jahr, eigene S-Bahn-Anbindung im Technologiepark Adlershof. Geschäftsführer Marco Baldi trat dem Berliner Sportausschuss gegenüber auf wie ein Mann, der weiß, dass die Uhr tickt – und die Konkurrenz nicht schläft.
Standort fest, preis geheim, zeitplan waghalsig
Die Arena soll an der Wagner-Régeny-Allee entstehen, zwischen den Haltestellen Adlershof und Johannisthal. Wer die Kalkulation bezahlt, verrät Alba nicht. „Ich werde hier jetzt keine Zahl raushauen“, sagte Baldi, „aber es wird ein Millionen-Betrag sein.“ Als Referenz dient die 2008 eröffnete Uber Arena, die 165 Millionen Euro verschluckte. Bau-Start: spätestens Herbst 2029, Einzug: Saison 2031/32. Bis dahin muss der Klub bereits 2027 in der NBA Europe mithalten – ohne eigenes Stadion, dafür mit einem Bewerbungsformular, das in vier Tagen, am 31. März 2026, abgegeben werden muss.
Baldi betonte vor den Abgeordneten, was ihnen wohl bewusst ist: Ohne Mehrheitsbeteiligung wird Alba wieder zum ungeliebten Untermieter. „Erst Konzerte, dann irgendwann Basketball? Das werden wir verhindern.“ Die Lektion haben die Berliner hinter den Kulissen der Uber Arena gelernt, wo Eishockey und Pop-Acts den Spielplan vor Basketball priorisieren. Diesmal will der Klub das Heft in der Hand halten – und die Miete an sich selbst zahlen.

Nba europe startet 2027 – alba muss improvisieren
Zwölf Teams sind für die NBA Europe vorgesehen, der europäischen Ableger der US-Liga. Alba will dabei sein, obwohl die Schaufel erst zwei Jahre nach dem ersten NBA-Eröffnungswurf im Boden steckt. „Wir werden überbrücken müssen“, räumte Baldi ein. Die Übergangslösung bleibt geheim, doch intern kursieren zwei Szenarien: entweder ein langfristiges Leasing der Uber Arena mit exklusiven Basketball-Fenstern oder ein provisorischer Pop-up-Bau, wie ihn die NBA bereits in Mexiko-Stadt erprobt hat.
Finanzdirektor Daniel Endres sitzt neben Baldi im Saal und rechnet still mit. Die interne Kapitalallokation ist längst genehmigt, die Hausbank HSH Nordbank signalisiert Bereitschaft, die Projektfinanzierung zu stemmen. Dennoch: Ohne öffentliche Zuschüsse wird die Privatfinanzierung zur Zinsfalle, sollte die Bauphase länger dauern als geplant. Endres’ Blick verrät, dass er die Risiko-Kennziffern im Kopf hat wie einen Shot-Clock-Countdown.
Die Arena selbst ist nur Teil eines größeren Alba-Campus, der auf Visualisierungen neben Hallen auch Büroflächen und Fan-Begegnungszonen zeigt. Die Visualisierung wirkt wie ein Versprechen an die eigene Fanbasis, die seit Jahren ein emotionales Heim fordert – statt eines Multifunktionscontainers, in dem Basketball nur Dauergast ist.
Am Ende der Präsentation packt Baldi noch einen Satz aus, der im Saal kurz hallt: „Wir werden es wirtschaftlich auf solide Füße stellen.“ Kein Schwur, eher ein Selbstgespräch. Denn wer 200 Events im Jahr füllen will, braucht nicht nur Basketball, sondern auch Stars, die über Nacht kommen und übermorgen wieder abreisen. Die Rechnung geht nur auf, wenn Alba Berlin 2031 nicht nur neue Tribünen, sondern auch neue Fans gewonnen hat. Die Uhr tickt, die Bälle rollen – und die Baukräne stehen noch still.
