Alavés steht vor dem aufstieg: nayadet lópez will den kreis schließen
Am Sonntag, 12 Uhr, könnte im Mendizorroza ein Jubel losbrechen, der weit über Vitoria hinaushallt. Der Alavés ist einen Sieg gegen Cacereño vom Sprung in die Liga F entfernt – vorausgesetzt, Valencia verliert am Vortag gegen Barcelona. Für Nayadet López wäre es der dritte Aufstieg mit dem dritten Klub, ein Novum im spanischen Frauenfußball.
Die kapitänin, die nicht an flüche glaubt
„Wir sind nervös und aufgeregt“, sagt die 31-jährige Mittelfeldspielerin, „eine Party vorbereiten? Lieber nicht. Das verflucht nur.“ Stattdessen hat sie den Blick auf die Tabelle gerichtet: 48 Punkte, Platz zwei, vier Spieltage vor Schluss. Der Vorsprung auf Valencia beträgt neun Zähler. „Wir haben die Zahlen sogar noch verbessert, und das war schon letzte Saison schwer genug“, erklärt sie.
Das letzte Hindernis trägt den Namen Cacereño. Genau diese Mannschaft warf Alavés vor zwölf Monaten in den Play-off-Halbfinals aus dem Rennen. „Jetzt liegt es an uns, den Kreis zu schließen“, sagt López. Die Partie findet erstmals in dieser Spielzeit im Stadion Mendizorroza statt – ein Symbol dafür, wie sich der Frauenfußball in der baskischen Provinz etabliert.

Von mestalla nach mendizorroza
Die eigene Karriere liest sich wie eine Reise durch Spaniens Frauenclubs: Valencia, Hércules, Sporting Plaza de Argel, Santa Teresa, Espanyol – überall stieg sie ein, schrieb Geschichte und zog weiter. „Ich bin Valencianerin, aber ich bin auch Profi“, sagt sie mit einem Grinsen, das die Spannung zwischen Herkunft und Loyalität auflöst. In Vitoria fühlt sie sich trotz „Kälte und Regen“ wohl. Ihr Vertrag läuft am 30. Juni aus, doch die Gespräche laufen. „Ich bin glücklich hier, aber erst wollen wir den Job erledigen.“
Die Trainerin Andrea Estéban ist jünger als ihre Kapitänin. Ein Fakt, den López mit einem Schulterzucken abtut: „Wir akzeptieren die Hierarchie.“ Auf dem Platz zählt nur, wer die Taktik umsetzt. „Sie war schon als Spielerin außergewöhnlich, als Coach noch prägnanter“, schwärmt López. „Sie kann eine Mannschaft führen, ohne schrill zu wirken.“

Chilenische sehnsucht und deutscher frust
Neben dem Liga-Stress wartet die nächste Aufgabe: die WM-Qualifikation mit Chile. Argentinien, Kolumbien, Uruguay – drei Gegner, zwei direkte Tickets. „Ein Weltcup wäre das Sahnehäuptchen“, sagt sie. 43 Länderspiele, Olympia-Erfahrung, aber die Endrunde fehlt noch. „Wir haben eine Mischung aus Veteraninnen und jungen Wilden, alle spielen in Europa. Das merkt man auf und neben dem Platz.“
Zurück in Spanien regt sie sich über die Reservefiliale der großen Klubs auf. „Vier B-Teams in einer 14er-Liga verzerren die Wettbewerbsbalance“, kritisiert sie. „Barcelona B darf nicht aufsteigen, aber Punkte sammeln – das ist ein Scherbenhaufen für die Konkurrenz.“ Ihr Vorschlag: eine Überarbeitung des Modus, damit echte Erstligisten wie Villarreal, Betis oder Oviedo wieder durchstarten können.
Am Sonntag um 12 Uhr ist alles angerichtet. Die Uhr tickt, der Regen wird vorausgesagt, und Nayadet López wird ihre Bandage zurren. Dann steht sie im Kreis ihrer Mitspielerinnen und schreit sich die Seele aus dem Leib – entweder zur Meisterfeier oder zur nächsten Endstation. Die Kapitänin wartet nicht auf Schicksal, sie schreibt es selbst.
