Alaba wirft seine zukunft offenbar dem zufall: „ich müsste lügen“
David Alaba hat keine Ahnung, wo er 2026/27 kickt. Keine Ahnung, ob er in Madrid bleibt. Keine Ahnung, ob er in die MLS oder nach Saudi-Arabien fliegt. „Nicht mal das weiß ich“, sagt der 33-Jährige beim ServusTV-Interview und streift damit die letzte Fassade vom Mythos des Planers. 27 Pflichtspiele in 17 Monaten, ein Kreuzbanddrama und eine Endlos-Reihe an Nachbögen haben den einstigen Bayern-Allrounder zu einem Mann der kurzen Ziele gemacht: „Ich gehe von Ziel zu Ziel.“
Real zahlt spitzengehalt, aber die uhr tickt
Sein Vertrag läuft am 30. Juni aus. Dabei gehört Alaba laut Medienberichten zu den Top-Verdienern im Kader von Real Madrid. Die Königlichen haben sich nach der Verletzungsserie auf Antonio Rüdiger und Eder Militao eingestellt. Alaba ist nicht mehr unverzichtbar – er ist teuer und rar geworden. Die Logik des Profi-Business: Wenn die Knie nicht halten, halten die Klubs nicht still.
Die WM-Endrunde im Sommer könnte seine Visitenkarte werden. Österreich trifft auf Argentinien, Algerien und Jordanien. Ein starkes Turnier würde Alabas Marktwert stabilisieren, doch das ist ein Spiel mit dem Zeitlupenknie. „Ich lebe im Hier und Jetzt“, sagt er. Klingt nach Ruhe, ist in Wahrheit ein Notprogramm.

Usa oder wüste – der geldbeutel entscheidet
Wechsel in die MLS? „Denkbar.“ Wechsel in die saudische Pro League? „Auch möglich.“ Alaba schließt nichts aus, weil er sich selbst nicht mehr traut, fern zu planen. „Erfolgreichen Fußball spielen“, lautet seine einzige Bedingung. Das klingt nach Selbstverständlichkeit, ist aber ein Euphemismus: Er will spielen, punktemäßig und gehaltstechnisch. Die Liga ist nebensächlich, das Gehaltsniveau nicht.
Die Aussage ist ein Seismograph für den modernen Spieler, der zwischen Fitness, Image und Finanzkraft balanciert. Alaba war einmal der flexible Stratege, der in München jede Position besetzte. Jetzt ist er der flexible Nomade, der jeden Markt bedient, solange der Körper mitmacht.
Für Real Madrid heißt das: Ein Abgang ohne Ablöse, dafür mit freiem Gehaltsrahmen. Für Alaba: eine letzte Großchance, sich neu zu erfinden – oder stillschweigend aus der Champions-League-Elite zu treten. Die Uhr tickt lauter als je zuvor, und der Österreicher hat die Weichen nicht mehr in der Hand. Er selbst sagt es so: „Wird sich zeigen.“ Klingt gelassen. Ist die pure Ausgeliefertheit.
