Alaba schaltet auf kriegsfuß: österreichs kapitän jagst seinen ersten wm-traum
David Alaba hat die Lärmkulisse um seinen noch ungeklärten Klubstatus abgeschaltet. Sein Kopf tickt nur noch im WM-Modus. Nach dem 1:1 in Zenica gegen Bosnien-Herzegowina und dem damit verbundenen Gruppensieg bucht die sogenannte „goldene Generation“ um Marcel Sabitzer, Konrad Laimer und Marko Arnautović zum ersten Mal seit 1998 wieder Flugtickets zu einer Endrunde.
Die uhr tickt – und sie tickt laut
Mit 33 Jahren weiß Alaba, dass die Sanduhr fast leer ist. „Ich spüre das Finale meiner Karriere“, sagte er nach Abpfiff inmitten jubelnder Teamkollegen. „Aber ich spüre auch die Verantwortung, diesen Jungs den Weg zu weisen.“ Die Rolle ist neu: nicht mehr der Außenverteidiger mit Tempo und Übersicht, sondern der erfahrene Lotse, der seine Crew durch Gruppe J lenken will.
Herausforderung Nummer eins: Argentinien. Weltmeister. Messi. „Das ist kein Ein-Mann-Spiel“, schränkt Alaba ein. „Aber klar, Messi auf dem Platz zu haben, ist wie ein elektrischer Schlag – für Fans und Gegner.“ Er schmunzelt. „Wir werden ihn stoppen müssen. Punkt.“

Die gruppe der extreme
Argentinien, Algerien, Jordanien – das klingt nach Drei-Minuten-Taktik und trotzdem nach Fallstricken. „Algerien rennt, Jordanien verteidigt mit fünf Ketten. Wir müssen variabel bleiben, nicht in Schubladen denken“, erklärt Alaba. Die Marschrichtung steht fest: „Ruhe behalten, jeden Meter richtig laufen und das Spiel lesen wie ein offenes Buch.“
Das Motto der Qualifikation war nüchterne Konsequenz. Kein Spiel verschenkt, keine Sekunde nachgelassen. Der 1:1-Auswärtspunkt in Zenica war der letzte Beweis. „Wir haben nie geglaubt, wir hätten es schon“, sagt er. „Wir haben es uns erarbeitet.“

Der traum, der noch fehlte
Zwölf Jahre Real Madrid, acht Jahre Bayern München, vier Champions-League-Titel – Alabas Schaukasten glänzt. Nur eben nicht im Nationaltrikot bei einer WM. „Das war das letzte Puzzleteil“, sagt er. „Jetzt liegt es vor mir.“
Und ob Österreich dabei die große Überraschung wird? „Wir wollen Geschichte schreiben“, antwortet er knapp. Kein Pathos, kein Zauberwirbel. Nur die nüchterne Gewissheit eines Mannes, der weiß, dass die Zeit nicht wartet. „Der Countdown läuft“, sagt Alaba. „Und wir sind startklar.“
