Aicher zieht kristall-kracher in lillehammer: nur 45 punkte trennen sie noch von shiffrin

Lillehammer – 0,01 Sekunden fehlten. Ein Wimpernschlag. Doch diese Hundertstel sind Emma Aichers Turbo im Kampf um die große Kristallkugel. Platz drei im Super-G, zwei Rennen vor Schluss, und Mikaela Shiffrins Vorsprung schrumpft von 95 auf 45 Punkte. Der Traum lebt – lauter als je zuvor.

Weidle-winkelmann liefert das deutsche doppel

Kira Weidle-Winkelmann fuhr hinter Sofia Goggia und Corinne Suter erneut aufs Podest – das zweite in zwei Tagen. 1,12 Sekunden fehlten auf Goggia, doch die Stimmung im deutschen Lager ist euphorisch. „Wir haben hier eine Schneekugel in Bewegung gesetzt“, sagte Trainer Christian Schwaiger, „und die rollt Richtung Finale.“

Goggia selbst nahm neben dem Sieg die kleine Super-G-Kugel entgegen, nachdem Alice Robinson ausgeschieden war. Tränen, Champagner, italienische Hymne – Goggia komplettierte ihre Sammlung. Doch die Show gehörte hintenherum den Deutschen.

Stuhec nimmt abschied – und aicher rechnet

Stuhec nimmt abschied – und aicher rechnet

Ilka Stuhec beendete mit Startnummer drei ihre Karriere, sank auf die Knie, küsste den Schnee. Parallel lief Aichers Kopfrechnen: Slalom und Riesenslalom, zwei Rennen, maximal 200 Punkte. Shiffrin muss nun punkten, sonst wird die 23-jährige aus Oberstdorf zur jüngsten Gesamtweltcup-Siegerin seit 2013.

Die Zahlen sind gnadenlos klar: Schlägt Aicher zweimal zu und Shiffrin bleibt beide Male unter den Top fünf, wechselt die Kugel den Besitzer. „Ich spüre die Energie der Arena“, sagte Aicher, „und ich spüre, dass sie Angst hat.“

Der DSV reist mit zwei Podestplätzen und einem Psychose-Vorteil nach Oslo – und mit der Gewissheit, dass 45 Punkte im Weltcup nichts mehr sind, wenn Nerven flöten. Dienstag, 10.30 Uhr, Slalom. Drei Läufe bis zur Entscheidung. Deutschland guckt hin, Shiffrin guckt über die Schulfe – und Aicher guckt nach vorn.