Aicher verpasst abfahrtskugel – pirovano schlägt zu

Es war zum Haareraufen. Emma Aicher brauchte in Kvitfjell nur einen Podiumsplatz, um die kleine Kristallkugel im Abfahrtsweltcup zu holen – und fuhr stattdessen auf Rang fünf. Die 22-Jährige sah zu, wie ihre direkte Konkurrentin Laura Pirovano die letzte Abfahrt der Saison gewann und damit den Traum der Deutschen endgültig begrub.

28 Punkte rückstand – und pirovano ließ nichts anbrennen

Vor dem Rennen hatte die Italienerin 28 Punkte Vorsprung auf Aicher. Eigentlich kein unüberwindlicher Abstand, wenn man bedenkt, dass ein Sieg 100 Punkte bringt. Aber Pirovano fuhr wie eine, die weiß, was auf dem Spiel steht. Sie ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, setzte die entscheidenden Linien und holte sich den Tagessieg – und damit die begehrte Kugel. Aicher dagegen fand nie richtig ihren Rhythmus und blieb am Ende des Tages mit leeren Händen zurück.

Weidle-winkelmann rettet deutschen ehrentag

Weidle-winkelmann rettet deutschen ehrentag

Wenigstens eine Deutsche durfte an diesem Tag jubeln. Kira Weidle-Winkelmann zeigte eine starke Fahrt und fuhr als Dritte auf das Podium. Das ist kein Trost für Aicher, aber es zeigt, dass im deutschen Abfahrtslager die Substanz stimmt. Weidle-Winkelmann, die in den vergangenen Saisons selbst um Spitzenplätze kämpfte, bewies einmal mehr, dass sie auf dieser Strecke zu Hause ist.

Für mich als jemand, die diese Saison von Anfang an verfolgt hat, ist das Ergebnis bitter – aber ehrlich. Aicher hat eine beeindruckende Entwicklung gezeigt, und der fünfte Platz in Kvitfjell ist kein Versagen, sondern ein Fingerzeig. Sie ist 22 Jahre alt. Pirovano war an diesem Tag schlicht die Bessere.

Was diese saison trotzdem bedeutet

Aicher hat in dieser Saison bewiesen, dass sie dauerhaft zur Weltspitze gehört. Kein einziger Ausrutscher, kein Einbruch – nur Konstanz auf einem Niveau, das viele ihr noch vor zwei Jahren nicht zugetraut hätten. Die kleine Kugel bleibt in Italien. Aber der nächste Winter kommt bestimmt, und Aicher wird sich diese letzte Abfahrt von Kvitfjell gut gemerkt haben.