Ägypten wird zur feuerprobe – dhb-team muss sich vor wm-titel beweisen

Die Silbermedaille ist noch warm, da wartet schon der nächste Schlagersound. Doch vor der Ehrenrunde für die EM-Zweiten bekommt Deutschlands Handball-Elf am Donnerstag in Dortmund eine echte Standortbestimmung serviert: Afrikameister Ägypten, Tempo-Kicker mit Europa-Liga-Erfahrung, wirft um 18.15 Uhr die gewohnte Sieges-Masche über den Haufen.

Julian köster: „so ein heim-turnier ist unglaublich geil“

Julian köster: „so ein heim-turnier ist unglaublich geil“

Der Rückraum-Shootingstar spricht offen aus, was die meisten nur denken: Die Vorfreude auf die Heim-WM 2027 ist riesig. „Ich durfte schon mal ein Heim-Turnier spielen, das war unfassbar geil“, sagt Köster. Doch vor dem Januar-Traum wartet zunächst ein harter Realitätscheck. Ägypten gilt als „extreme hohe Klasse“, das Team spielt in den Top-Vereinen Europas, kennt jede Lücke. Abwehr-Ass Tom Kiesler warnt: „Sehr körperbetont, sehr athletisch. Es wird knackig.“

Die beiden Länderspiele – Donnerstag in Dortmund, Sonntag in Bremen – sind die ersten seit dem EM-Fiasko gegen Dänemark. Für Bundestrainer Alfreð Gíslason steht ein klarer Plan: „Wir haben nicht viel Zeit, aber genug, um die richtigen Schlüsse zu ziehen.“ Die Ägypter liefern dabei genau das, was der DHB-Staff sucht: Druck, Tempo, unbequeme Würfe. Wer hier mithält, darf sich auf die WM vorbereiten. Wer strauchelt, fliegt.

Nach dem Schlusspfiff folgt der große Auftritt: Die Silberhelden bekommen auf dem Center-Court ihre Medaillen umgehängt, GroßstadtEngel liefern den Soundtrack. Autogramme gibt’s am Rand, Selfies inklusive. Doch die Fans wissen: Die eigentliche Show findet zwischen den Linien statt. Und die zählt für Christian Schindler und Co. mehr als jede Ehrung.

Die Uhr tickt. 306 Tage bis zur WM-Eröffnung in Köln. Deutschland muss liefern – sonst wird das Sommermärchen schnell zur Winterdepression.