Afrika-cup: marokko verteidigt titelanspruch – senegal in der kritik

Ein juristisches Tauziehen um den Titel der Afrika-Cup ist im Gange. Während die CAF Marokko zum Sieger erklärt hat, hält der nordafrikanische Verband an seiner Position fest. Der Fall wirft ein düsteres Licht auf die Organisation des Wettbewerbs und könnte noch lange nachwirken.

Die eskalation nach dem schlusspfiff

Die eskalation nach dem schlusspfiff

Die finalen Minuten des Spiels zwischen Senegal und Marokko im Januar waren von tumultartigen Szenen geprägt. Nach der Entscheidung für einen umstrittenen Elfmeter und dem 0-1 durch Brahim Diaz verließen die senegalesischen Spieler das Feld. Eine Entscheidung, die die CAF als Verstoß gegen die Sportordnung wertete und zur nachträglichen Titelvergabe an Marokko führte. Der Verband argumentiert, dass die Spielunterbrechung durch das Verhalten der senegalesischen Mannschaft eine rechtmäßige Grundlage für die Entscheidung bot.

Marruekos Position stützt sich auf die Aussagen von Khaled Lemkecher, dem Koordinationsverantwortlichen der CAF für das Finale. Laut Lemkecher zeigten die senegalesischen Spieler „starke Proteste“, die sich nach der Elfmeterentscheidung nochmals verschärften. „Die Spieler begaben sich in die Kabinen und verließen das Spielfeld“, so Lemkecher. Einzig Sadio Mané blieb zurück und bat einen Teammitarbeiter, die Spieler zurück ins Stadion zu bitten – ein Umstand, der Marokkos These von einer Spielunterbrechung untermauert.

Ein weiterer Aspekt, der die Kontroverse weiter anheizt, ist eine Aussage von Olivier Safari, dem Vorsitzenden des Schiedsrichterkomitees der CAF. Bei einer Sitzung des CAF-Exekutivkomitees in Dar es Salaam wurde offenbar, dass eigentlich jeder senegalesische Spieler, der das Spielfeld verließ, mit einer gelben Karte belegt werden sollte. „Wir haben jedoch Anweisung gegeben, dies nicht zu tun, um das Spiel zu bewahren und eine vorzeitige Abbruch zu vermeiden“, erklärte Safari. Diese Information wirft Fragen nach der Konsistenz der CAF-Entscheidungen auf.

Die Causa Afrika-Cup ist mehr als nur ein Streit um einen Titel – sie offenbart Schwachstellen in der Organisation und Entscheidungsfindung des afrikanischen Fußballverbands. Die finale Entscheidung des TAS wird mit Spannung erwartet, doch die Ereignisse in Dar es Salaam lassen bereits erahnen, dass die Angelegenheit noch lange nicht abgeschlossen ist. Letztlich steht die Integrität des Wettbewerbs auf dem Spiel.