Aeschlimann flippt aus: torregen trotz goalie-blockade – schiri-pleite im play-in

Sandro Aeschlimann schlägt die Handschuhe an den Kopf, sprintet auf Schiedsrichter Michael Tscherrig zu – und versteht die Welt nicht mehr. Der HC-Davos-Goalie hatte Elia Riva’s Schuss von der blauen Linie noch nicht einmal gesehen, weil ein Zuger Stürmer mit dem Ellbogen genau in seine Fanghand krachte. Der Puck zappelt im Netz, 2:5, Josh Holden fordert Coach’s Challenge – und die Szene wird zum Klebstoff für alle Diskussionen dieser Play-In-Serie.

Warum das tor zählt, obwohl der arm außerhalb war

Die Bilder sind eindeutig: EVZ-Angreifer Gianluca Burger rast in den Torraum, sein linker Arm streift Aeschlimann’s Fanghand, die sich bereits außerhalb des Spielfeldes befindet. Die Regel: Kontakt außerhalb des Tores ist kein Kontakt – zumindest laut Regel 69.2. Genau das ziehen die Referees als Joker. Tor zählt, keine Goalie-Interference, keine Strafe. Holden stemmt die Arme in die Luft, Aeschlimann schüttelt nur den Kopf.

Nadir Mandioni, MySports-Experte und selbst ehemaliger NHL-Lineman, brüllt fast in die Kamera: „Der Arm ist im Tor, nur die Hand ragt raus. Wenn du in die Hand fährst, blockierst du die Parade. Das ist Interference, Punkt.“ Doch die Referees bleiben stur – und das, obwohl die Challenge in der Regel 80 Prozent Erfolg verspricht, wenn der Torhüter Kontakt im Slot erleidet.

Die zahl, die davos ärgert: 0,4 sekunden

Die zahl, die davos ärgert: 0,4 sekunden

Genau so lange braucht Aeschlimann, um die Hand wieder ins Tor zu ziehen. 0,4 Sekunden, in denen der Puck bereits hinter ihm ist. „Die Entscheidung ist ein Witz“, zischt er in die Mixed-Zone. „Wenn ich die Hand nicht rausstrecken darf, wie soll ich dann den Winkel decken?“ Die Statistik gibt ihm recht: In den letzten drei Jahren fielen 67 Prozent der Challenges wegen Goalie-Interference ab – diesmal nicht.

Die Folge: Statt 5:2 für Davos steht es 5:3, die Zuger bekommen Powerplay und Simon Ryfors trifft Sekunden später in Unterzahl zum 6:2. Die Bündner sind geschockt, die Serie steht 1:1 – und die Referees stehen erneut im Kreuzfeuer.

Am Ende bleibt ein Goalie, der sich betrogen fühlt, ein Trainer, der mit leeren Händen dasteht, und eine Liga, die ihre Regelauslegung erneut überdenken muss. Denn wenn der Schutz des Torhüters außerhalb des Tores endet, endet irgendwann auch der Respekt vor der Regel.