Admira feuert silberberger – u-18-coach suchard muss die aufstiegsmaschine nochmal starten
Die Trennung war nur noch eine Frage der Zeit. Nach dem 0:3 gegen Rapid II und dem Frühjahr voller Zitterpartien hat die Admira am Montag die Reißleine gezogen: Thomas Silberberger ist mit sofortiger Wirkung raus, Harald Suchard übernimmt auf Abruf das Ruder.
Warum der tiroler gehen musste
Die Statistik sah auf den ersten Blick gut aus: 1,91 Punkte pro Spiel, Tabellendritter, Aufstiegsrelegation in Reichweite. Doch hinter den Zahlen lauerte die Wahrheit: Seit März hat die Mannschaft nur noch gegen den Ball gespielt, das Passspiel zerfiel, die Abwehr stand wie versteinert. Die Niederlage gegen Rapid II war kein Ausrutscher, sie war die logische Konsequenz aus Wochen lethargischer Trainingsleistungen. Sportdirektor Ralf Muhr spricht von „neuer Energie“, doch intern heißt es, die Kabine habe sich gegen den 52-Jährigen gestellt. Wer nicht mehr ganz hinten reingeht, kann vorne nicht mehr gewinnen.
Silberberger selbst nimmt den Sturz mit einer Mischung aus Erleichterung und Anklage: „Ich habe das Fundament gelegt“, sagt er, „aber offenbar braucht man jetzt jemanden, der das Haus anders einrichtet.“ Die Formulierung ist bewusst gewählt: Er sieht sich als Baumeister, der von anderen fertiggemacht wird.

Suchards riskantes intermezzo
Harald Suchard ist kein Unbekannter im Südstädter Wald. Der 45-Jährige kennt jeden U-18-Spieler beim Vornamen, schulte sie seit Jahren auf Schnellkraft und Raumaufteilung. Doch die Profi-Kabine ist ein anderer Kosmos. Dort sitzen gestresste Millionäre, nicht jugendliche Träumer. Suchard hat nun sieben Spiele Zeit, um aus der Truppe wieder eine Einheit zu schmieden. Seine Devise: „Herzblut ist schön, aber Systeme siegen.“ Er wird das 4-2-3-1 vermutlich zugunsten eines druckvollen 3-4-3 opfern, das schon in der Jugend seine Siegesurlaub hatte.
Die interne Marschroute ist klar: mindestens fünf Siege aus den restlichen sieben Partien, sonst droht die Verdrängung aus den Aufstiegsrängen. Die nächsten Gegner: St. Pölten auswärts, dann die Hausaufgabe gegen Liefering. Zwei Fehlstarts, und die Saison ist vorbei, bevor sie richtig begann.
Die Admira-Fans reagieren zwiespältig. Auf Twitter feiert man Suchard als „Heilsbringer vom Nachwuchsleistungszentrum“, in den Fanforen hagelt es Kritik: „Wir tauschen den Taktikfuchs gegen einen Pädagogen.“ Der Vorstand schweigt, die Spieler auch. Am Freitag, beim ersten Training unter Suchard, wird sich zeigen, ob die Körpersprache stimmt oder nur die Instagram-Storys.
Für Silberberger heißt es: Ab in den Tiroler Urlaub, dann wahrscheinlich Red-Bull-Salzburg als Analyst. Die Admira aber muss jetzt liefern – sonst wird aus dem vermeintlichen Paukenschlag vor Saisonende nur ein dumpfer Nachhall.
