Ac mailand taumelt in die europa-league-gefahr: nur zwei siege aus acht spielen

Die Champions League rückt aus den Augen der Rossoneri. Nach dem 2:3 gegen Atalanta droht dem AC Mailand erstmals seit 2019 der Verzicht auf Europas Elite – und das, obwohl die Saison nur noch zwei Gegner hat: Genoa und Cagliari.

Allegri nimmt pfiffe in kauf, aber die tabelle schont niemanden

Allegri nimmt pfiffe in kauf, aber die tabelle schont niemanden

Als der Schiri am Sonntag pfeift, klingt im Giuseppe-Meazza kein Applaus, nur Buhrufe. 0:3 stand es, ehe Pavlovic und Nkunku in den letzten zehn Minuten kosmetisch nachlegten. Die Fans hatten schon vorher die Geduld verloren, nun skandieren sie „Allegri vattene“. Der Coach zuckt mit den Schultern: „Ich weiß, dass eine Durststrecke kommen kann. Jetzt zählt nur Genoa.“

Die Zahlen sind gnadenlos. Seit der 1:2-Pleite gegen Lazio am 15. März holte Mailand aus acht Spielen zwei Siege – gegen Torino und Hellas Verona. Das reicht nicht, um die Konkurrenz zu schütteln. Roma steht ebenfalls bei 67 Punkten, Como bei 65. Ein Ausrutscher, und aus dem Traum vom Vierten wird der Albtraum Fünfter.

Die restlichen Aufgaben klingen machbar, doch das sagte man auch über Empoli und Parma. Genoa hat seit sieben Partien nicht verloren, Cagliari unter D'Aversa zur Sturm-und-Drang-Phase gewechselt. Für Allegri bleibt nur die Quadratur des Kreises: Risiko abschalten, Punkte einsammeln, Gesichter wahren.

Die Saison 2023/24 endete für Mailand bereits im Achtelfinale der Europa League, doch schon dieser Einzug galt als Minimalziel. Fällt der Klub nun erneut raus, droht ein Verdienstminus von mindestens 50 Millionen Euro – Geld, das für Transfers und Gehälter eingeplant war. Ein Teufelskreis, der die Neuauflage des Kaders erschwert.

Am Trainingsgelände von Milanello herrscht Funkstille. Leao schießt Bälle ins leere Tor, während der Staff die Laufwege neu tapeziert. Keiner redet über Szenarien, alle reden über Pflichtsiege. Aber der Druck nagt: Wer nicht gewinnt, spielt nächste Saison donnerstags in der Conference League – oder gar nicht international.

Die letzten beiden Partien sind kein Sprint mehr, sondern ein Boxkampf auf Messers Schneide. Milan muss zweimal auftreten wie ein Meister, auch wenn die Beine schwer sind. Sonst wird das Wembley der Champions League 2025/26 ohne die rotschwarzen Farben auskommen müssen. Und das wäre nicht nur ein Imageschaden – es wäre das offene Eingeständnis eines sportlichen Bankrotts.