Abschied von einer legende: ruggeri trauert um beccalossi – eine freundschaft über jahrzehnte

Ein Schock für die italienische Fußballwelt und insbesondere für die Inter-Fans: Enrico Ruggeri, der renommierte Singer-Songwriter, trauert um seinen langjährigen Freund und Idol Evaristo Beccalossi, der am Sonntag im Alter von 74 Jahren verstarb. Ihre Freundschaft, die 1979 begann, verband die beiden Männer über fast fünf Jahrzehnte hinweg – eine tiefe Verbundenheit, die weit über die Musik- und Fußballwelt hinausging.

Ein bruderherz und eine unvergessliche freundschaft

„Für mich war er wie ein Bruder“, gestand Ruggeri sichtlich bewegt in einem Interview. „Ich habe ihn gestern Abend im Krankenhaus in Brescia besucht, kurz bevor er ging. Es war schwer, ihm nicht Lebewohl zu sagen, aber ich konnte ihn noch einmal in den Arm nehmen.“ Die beiden lernten sich kennen, als Beccalossi neu zum Inter kam. Ruggeri, damals bereits aufstrebender Musiker, bewunderte das Talent des Spielers, und Beccalossi wiederum verehrte Ruggeris Musik. Eine gegenseitige Wertschätzung, die zu einer außergewöhnlichen Freundschaft heranwuchs.

Was niemand so recht wusste: Beccalossi ließ Ruggeri bei Wohltätigkeitsspielen oft sein Trikot mit der legendären Nummer 10 zurück – ein Zeichen höchster Ehre. „Es war sein Trikot, es gehörte ihm“, so Ruggeri, „ich hätte es nie annehmen wollen.“

Ein spieler, der mehr war als nur trophäen

Ein spieler, der mehr war als nur trophäen

Ruggeri erinnert sich an Beccalossi als einen „unbestrittenen Idol“, einen Spieler, der mit dem Ball „machen konnte, was er wollte“. Er schildert ihn als einen Spielmacher, der selten seine eigene Spielfeldhälfte verließ und doch immer genau wusste, wann und wie er ins Spiel eingreifen musste. „Er hat uns Inter-Fans so viel Freude bereitet“, erinnert sich Ruggeri, „und das nicht nur uns, sondern Fußballfans im ganzen Land.“

Obwohl Beccalossi nicht die zahlreichen Titel gewann, die sein Talent vielleicht verdient gehabt hätte, betont Ruggeri, dass „Spieler und Menschen nicht nur an Trophäen gemessen werden können.“ Er erzählt von Situationen, in denen Beccalossi, obwohl er längst seine Karriere beendet hatte, mehr Aufmerksamkeit auf sich zog als Ruggeri selbst, wenn sie gemeinsam unterwegs waren. „Er war einfach unglaublich“, sagt Ruggeri mit einem Anflug von Stolz in seiner Stimme.

Ein abschied, der schmerzt

Ein abschied, der schmerzt

Der Verlust von Beccalossi hinterlässt eine tiefe Lücke im Leben von Enrico Ruggeri. „Ich werde ihn schmerzlich vermissen“, sagt er. Die Erinnerung an die gemeinsame Zeit, an die unzähligen Gespräche und an die tiefe Freundschaft wird jedoch für immer in seinem Herzen bleiben. Die Tochter von Beccalossi, Nagaja, die Ruggeri wie eine eigene Tochter betrachtet und in seiner Obhut aufgewachsen ist, rief ihn am Sonntag an, um ihm von dem schlechten Zustand seines Vaters zu berichten. Der Abschied im Krankenhaus war schmerzhaft, aber Ruggeri konnte seinem Freund noch ein letztes Mal nahe sein. Ein Abschied von einem Bruder, einem Freund, einer Legende.