Abbiati & frey enthüllen: milan-legenden erinnern sich an ihre anfänge
Milano – Zwei Portier-Ikonen, Christian Abbiati und Sebastian Frey, trafen bei der Milano Football Week auf breite Zustimmung. Die beiden ehemaligen Torhüter von Milan und Fiorentina, die beide bemerkenswerte Rekorde in der Serie A halten, gewährten Einblicke in ihre Karriere und erzählten von ihren Anfängen und unvergesslichen Momenten.
Die frühen jahre: fango und latte-geruch
Christian Abbiati, der Rekordhalter für die meisten Einsätze im Tor des AC Milan, erinnerte sich humorvoll an seinen Einstieg in den Profifußball: „Ich stand im Tor, weil ich der Größte war. Es regnete in Strömen, der Trainer bat mich, den Kasten zu hüten. Ich sprang im Schlamm herum und hatte Spaß daran.“ Frey hingegen erzählte von seinen ersten Übungseinheiten im Park seines Wohnviertels: „Ich erinnere mich an den Geruch des Latexes meiner ersten Handschuhe. Als Torwart steht man allein, trägt die volle Verantwortung, kann zum Helden des Spiels werden.“

Die schattenseiten des ruhms: donnarummas aufstieg
Ein zentraler Punkt des Gesprächs war Gianluigi Donnarumma. Abbiati, der den jungen Torhüter bereits in seinen Anfängen beobachtete, äußerte sich begeistert: „Gigio ist ein Phänomen.“ Frey, der Donnarumma in seiner schwierigen Phase beim PSG unterstützte, betonte: „Er wurde kritisiert, brauchte jemanden zum Reden. Ich habe ihm zur Seite gestanden. Er hat sich alles verdient.“ Frey fügte hinzu, dass Donnarumma bereits mit 16 Jahren beim AC Milan spielte und dafür eine starke Persönlichkeit benötige.

Tunnel-künste und idol zenga
Anekdotenhaft erzählte Frey von einem Trainingseinheit mit Ronaldo: „Der beste Spieler, den ich je gesehen habe. Er sagte Taribo West, er würde ihm drei Tunnel zaubern – und das gelang ihm auch.“ Abbiati wiederum schwärmte von Paolo Maldini: „Ein Leader auf und neben dem Platz. In den ersten sechs Monaten konnte ich kaum mit ihm sprechen. Er war ein Vorbild.“ Auch die Konkurrenz in der Nationalmannschaft wurde thematisiert: „Als Junge war Angelo Zenga mein Idol. Es wurde mich oft dafür kritisiert, dass ich wenig für die Nazionale gespielt hatte, aber der Konkurrenzdruck war enorm: Buffon, Toldo, Marchegiani, Peruzzi.“

Erinnerungen für die ewigkeit
Abbiati erinnerte sich mit großer Emotion an die zwei Halbfinalspiele gegen Inter im Champions League 2003: „Das waren die wichtigsten Spiele meines Lebens. Ich habe tagelang nicht geschlafen.“ Frey hingegen nannte den entscheidenden Sieg der Fiorentina gegen Liverpool in Anfield 2009 und den Kampf um den Klassenerhalt für Parma.
Beide Torhüter teilen eine ungewöhnliche Leidenschaft: den Buddhismus. Frey entdeckte diese Philosophie nach einem schweren Knieverletzung: „Ich hatte Angst. Roberto Baggio hat mir geholfen und mich auf diesen Weg geführt. Wenn man im Reinen mit sich selbst ist, ist man auch mit anderen im Einklang.“
Mit Blick auf die bevorstehende Weltmeisterschaft äußerte Frey: „Frankreich ist der Favorit, sie haben 25 Weltklassespieler.“ Abbiati hingegen drückt seine Daumen für das Team seines Freundes Carlo Ancelotti: „Ich hoffe auf Brasilien.“
