91-Jährige tennis-legenden bei der deutschen meisterschaft: spaß steht im vordergrund
- Zwei nrw-spieler zeigen leidenschaft für den tennissport
- Herzliche umarmung und viel spaß auf dem court
- Rekordbeteiligung in der kategorie herren 90
- Selbstständig angereist und topfit
- Herausforderungen und motivation
- Favorit und die wahre bedeutung des sports
- Regelmäßiges training als schlüssel zur fitness
- Die deutsche meisterschaft als soziales ereignis
Zwei nrw-spieler zeigen leidenschaft für den tennissport
Essen – Bei den Deutschen Tennis-Meisterschaften in Essen sorgt ein besonderes Duo für Aufsehen: Günter Dreschke und Franz Schlüter, beide 91 Jahre alt, treten in der Kategorie Herren 90 an. Für die beiden ist der Wettbewerb jedoch weit mehr als nur ein sportlicher Wettkampf – es geht um Freude, Gemeinschaft und die Leidenschaft für den Tennissport.
Herzliche umarmung und viel spaß auf dem court
Die Begrüßung zwischen Dreschke und Schlüter war herzlich, der Spaß auf dem Court deutlich sichtbar. Das Ergebnis spielte dabei eine eher untergeordnete Rolle. Über eine Stunde lieferten sich die beiden Senioren eine spannende Partie im Essener Tenniszentrum an der Hafenstraße und hatten dabei sichtlich Freude. “Deine Stoppbälle sind gemein”, scherzte Dreschke mit einem breiten Lächeln. Schlüter antwortete bescheiden: “Das liegt daran, dass ich nicht mehr die Kraft habe, alle Bälle lang ins Feld zu spielen.”

Rekordbeteiligung in der kategorie herren 90
Dreschke und Schlüter sind zwei von insgesamt fünf Teilnehmern in der Kategorie Herren 90. Diese Kategorie wurde vor drei Jahren vom Deutschen Tennisbund (DTB) ins Leben gerufen, nachdem Senioren sich vehement darum bemüht hatten. Bei der Premiere nahmen lediglich vier Spieler teil, doch die Zahl der Teilnehmer steigt stetig. In diesem Jahr verzeichnete die Kategorie sogar eine Rekordbeteiligung mit fünf Spielern.

Selbstständig angereist und topfit
Trotz ihres hohen Alters sind beide Spieler noch sehr aktiv und selbstständig. Schlüter reiste selbst mit dem Auto aus seinem Sauerland ins Ruhrgebiet, genau wie Dreschke aus Bergisch Gladbach. “Wir halten uns fit, das ist gar kein Problem”, betonte Dreschke, der den Tennissport erst mit 35 Jahren entdeckte. Inzwischen sind es bereits 56 Jahre, in denen er mit Begeisterung spielt. Er war früher auch Leichtathlet und Handballspieler.

Herausforderungen und motivation
Die vier Spiele innerhalb von vier Tagen stellen für die Spieler eine ordentliche Herausforderung dar. Doch Schlüter ist zuversichtlich: “Das kriegen wir noch ganz gut hin.” Die Deutschen Meisterschaften sind für die Teilnehmer eine Art Jungbrunnen. Dreschke hatte sich erst kurzfristig zur Teilnahme entschieden, da er nach einem Sturz ein künstliches Schultergelenk benötigte und ein Jahr pausieren musste. Mittlerweile ist er aber wieder vollständig genesen und freut sich darauf, wieder auf dem Court zu stehen.
Favorit und die wahre bedeutung des sports
Als großer Favorit gilt Herbert Althaus, der amtierende Welt- und Europameister. Trotzdem sind sich Dreschke und Schlüter einig: “Das ist aber auch völlig egal. Wir freuen uns, dass wir uns hier treffen, noch spielen und soziale Kontakte pflegen können.” Für sie steht der Spaß und die Gemeinschaft im Vordergrund, nicht der Sieg.

Regelmäßiges training als schlüssel zur fitness
Um ihre körperliche Fitness aufrechtzuerhalten, trainieren beide regelmäßig. Schlüter geht mindestens zweimal pro Woche in die Tennishalle und macht jeden Morgen Gymnastik. Er bestreitet auch noch Mannschafts-Punktspiele und spielt in den Doppel-Konkurrenzen der Herren 80. Auch Dreschke ist mindestens zweimal pro Woche aktiv, achtet auf eine gesunde Ernährung und versucht, mobil zu bleiben.
Die deutsche meisterschaft als soziales ereignis
Die Deutsche Meisterschaft bietet den Senioren nicht nur die Möglichkeit, ihre sportliche Leidenschaft auszuleben, sondern auch, soziale Kontakte zu pflegen und neue Freundschaften zu schließen. Es ist ein Beweis dafür, dass Sport Menschen verbindet und zu einem aktiven und erfüllten Leben im hohen Alter beitragen kann.
Quelle: wdr.de
