80.000 Pesos oder 230.000? jetzt fließt das geld von colombia mayor

Ab heute, 17. April, öffnen die Kassen – und ein Großteil der 5,2 Millionen älteren Menschen ohne Rente darf wieder zugreifen. Wer genau auf die SMS von Prosperidad Social wartet, bekommt zwischen 80.000 und bis zu 230.000 Pesos, je nach Alter und Sisbén-Stufe. Die Schlangen vor den SuperGIROS-Läden beginnen bereits bei Sonnenaufgang.

So funktioniert der neue zahlungszyklus

Die Regierung hat sich diesmal zwei Wochen Zeit gelassen, damit sich die Menschen nicht stapeln. Die Reihenfolge richtet sich nach der letzten Ziffer der ID – wer zuerst kommt, ist egal, wichtig ist nur die SMS. Keine Nachricht, kein Geld. Das klingt hart, verhindert aber das Chaos von früher, als Halbpensionierte stundenlang in der prallen Sonne standen.

Die Erhöhung auf bis zu 230.000 Pesos gilt exklusiv für Sisbén-IV-Gruppe-A-Beneficiarios über 65 Jahre. Die restlichen 4,8 Millionen bekommen die bekannten 80.000 Pesos – eine Summe, die seit drei Jahren nur um 10.000 Pesos geklettert ist, während der Korb der Armen sich um 38 Prozent verteuerte. Die Diskrepanz ist laut Finanzministerium „nicht vergessen, nur verzögert“.

Supergiros oder haustür – aber bitte mit zählblick

Supergiros oder haustür – aber bitte mit zählblick

Wer gehen kann, geht. Vor Ort reicht die Original-Cédula, keine Kopien, keine Vermittler. Die Kassierer fordern den Stiftzettel „Colombia Mayor“ und drucken sofort die Quittung. Zählen, vergleichen, wegstecken – die klassische Ritualtriade. Wer 90 Jahre alt ist oder sich nicht bewegen kann, muss sich vorher in der Gemeinde melden; dann kommt ein Bote vorbei, allerdings ohne Garantie auf Pünktlichkeit. Im letzten Zyklus verpasste jeder vierte Hausbesuch den Termin.

Die stillen ausschlüsse

Die stillen ausschlüsse

Neuaufnahmen sind seit Oktober gestoppt. Wer also mit 54 (Frau) oder 59 (Mann) gerade drunter rutscht, muss bis 2025 warten. Gleichzeitig fliegen Rund 38.000 Rentner raus, weil ihre Daten im Sisbén nach oben korrigiert wurden – ein Verwaltungsakt, der keinen Einspruch vorsieht. Die Betroffenen erfahren es erst, wenn die SMS ausbleibt.

Am Ende zählt eine einzige Zahl: 1,2 Billionen Pesos fließen in diesem Jahr durch die Kassen von Colombia Mayor. Das reicht nicht für Würde, aber für ein paar Extra-Eier, Medikamente gegen den Druck der fehlenden Rente – und für jene kleinen Siege, die die Armut erträglicher machen, ohne sie zu besiegen.