74 Klubs rebellieren gegen dfb: jetzt droht der länderkrieg um den aufstieg
Der Protest wird lauter – und er wird gefährlich. 74 Klubs von Union Berlin bis Tasmania haben sich unter dem Banner „Aufstiegsreform 2025“ versammelt und fordern nichts Geringeres als die Demontage des bisherigen Systems. Ihr Ziel: Die Regionalliga soll endlich gerecht aufsteigen können, egal ob der Verein aus Bayern oder aus Bremen kommt.
Der kompass-plan, der den dfb zittern lässt
Im Zentrum steht das sogenannte „Kompass-Modell“. Statt der verkrusteten Zonenlösung mit ihren festen Aufstiegsplätzen pro Region soll künftig die reine Leistung zählen – Tabelle gegen Tabelle, Punkt gegen Punkt, ganz ohne Postleitzahlenbonus. Die Initiatoren versprechen sich davon mehr Transparenz, mehr Spannung und vor allem: mehr Respekt für die Arbeit der Trainer und Sportdirektiven jenseits der großen Medienmärkte.
Die Zahlen sprechen für sich: 18 Drittliga-Klubs, 25 Regionalliga-Teams, 31 Oberligisten. Vom Keller bis zur Bundesliga reicht die Kette, die sich gegen die DFB-Bürokratie stemmt. In Chemnitz tagten die Revoluzzer, in WhatsApp-Gruppen wird Stimmung gemacht, und selbst der eigentlich neutrale NOFV-Boss Winkler wettert ins Mikro: „Das Regionenmodell ist ein Affront.“

Warum tasmania plötzlich mitmischt
Bislang galten Clubs wie Tasmania Berlin als Traditionskrüppel mit Nostalgie-Dauerkarte. Dass ausgerechnet der amtierende Berlin-Ligist nun die Unterschrift unter den offenen Brief setzt, zeigt, wie tief der Frust sitzt. „Wir wollen nicht länger doppelt bestraft werden: einmal durch schlechte Infrastruktur, dann durch ein Reglement, das uns ohnehin als Verlierer abstempelt“, sagt ein Vorstandsmitglied, das namentlich nicht genannt werden will – aus Angst vor DFB-Sanktionen.
Der Verband selbst hält sich bedeckt. Pressesprecher verweisen auf „laufende Evaluierungen“, intern kursiert das Wort „Sabotage“. Dabei ist die Forderung der Rebellen längst nicht mehr revolutionär: In den Niederlanden, in Österreich, sogar in der Schweiz funktioniert ein landesweiter Viertliga-Durchgang seit Jahren ohne Reibungsverluste.
Der Zeitplan ist eng. Noch in dieser Spielzeit will die Initiative genug Stimmen haben, um auf der DFB-Bundestagung im Dezember einen Antrag auf Satzungsänderung zu stellen. Dann wäre der DFB gezwungen, sich dem Druck zu beugen – oder das nächste Schiedsgericht riskieren. Die 74 Klubs haben bereits signalisiert, vor das Sportgericht zu ziehen, sollte ihr Ultimatum ignoriert werden.
Am Ende bleibt eine einfache Wahrheit: Entweder der Verband spielt jetzt mit, oder er riskiert einen Bürgerkrieg in der Basis. Die Rebellen haben nichts mehr zu verlieren – und das ist ihre stärkste Waffe.
