500-Millionen-einschreibung: redbird blockt vor nba-europa-start
Mitternacht in Mailand. Die Deadline verraucht, das Geld zählt. Wer 500 Millionen Euro Startgebühr auf den Tisch legt, darf ab 2027 in der NBA Europe mitmischen – und genau darauf wartet Gerry Cardinale.

Redbird zögert, der nba-kalender läuft
Die 31. März-Frist für unverbindliche Gebote ist abgelaufen. RedBird Capital, Eigentümer des AC Milan, hat intern längst ein Kalkül aufgesetzt: ein Team in der neuen Liga, aber nur, wenn sich die Risikokurve glättet. Die Rechnung ist rüde: 500 Millionen Eintrittsgeld plus dreistellige Millionen an jährlichen Betriebskosten. Ein Konstrukt, das selbst Private-Equity-Millionäre schlucken lässt.
Dahinter steckt mehr als nur ein Scheck. NBA-Commissioner Adam Silver hat die Tonlage verschoben. Statt Gegner zu spielen, will er Partner gewinnen – vor allem die EuroLeague. „Für das europäische Basketball-Beste wäre eine gemeinsame Lösung ideal“, sagte Silver. Die Botschaft: NBA Europe soll kein Konkurrenzprodukt werden, sondern ein Dach aus drei Säulen: NBA, FIBA, EuroLeague.
Genau das verkompliziert Cardinales Plan. RedBird kennt die Zahlen, aber nicht die politische Endformation. Sollte die EuroLeague mit an Bord kommen, würde sie ihre Markenhoheit nicht einfach verschenken. Chus Bueno, CEO der EuroLeague, stellt klar: „Ich kann mir Mailand ohne Olimpia nicht vorstellen.“ Ein Satz, der wie ein Warnschuss klingt. Wer also künftig Basketball in der Lombardei betreibt, muss sich mit dem etablierten Klub arrangieren – oder ihn schlucken.
Mailand ist deshalb Brennpunkt zweier Interessenlagen. Erstens: der AC Milan als Multi-Sport-Projekt. Zweitens: Olimpia Mailand als basketballische Marke mit Historie. Cardinale könnte beide Flügel unter RedBird vereinen, müsste dafür aber die EuroLeague-Struktur mitfinanzieren. Ein Pakt mit dem vermeintlichen Gegner.
Inter Mailand blieb bei der Januar-Präsentation der NBA-Planspiele untätig. Oaktree, neuer Großaktionär beim Stadtrivalen, kommuniziert lieber hinter den Kulissen. Das Trio RedBird-Oaktree-Olimpia könnte die neue Liga dominieren – oder sich gegenseitig die Luft abschnüren.
Die nächste Weiche fällt im Juni, wenn verbindliche Gebote fällig sind. Bis dahin muss Silver ein Abkommen mit der EuroLeague präsentieren, sonst droht ein Preiskampf um TV-Rechte, Sponsoren und Spieler. Cardinale bleibt am Fenster sitzen, Kreditlinien geprüft, Polit-Kontakte geweckt. Wer jetzt zuckt, zahlt. Wer wartet, riskiert, leer auszustehen.
Fakt ist: Die 500 Millionen sind nur die Eintrittskarte. Der Kampf um Mailand beginnt danach. Und RedBird weiß: In der Champions-League-Metropole reicht kein halbes Engagement. Entweder man kauft sich frei – oder wird zur Fußnote in Silver’ europäischem Expansionskapitel.
