3:3 Im 100. rheinderby: köln rettet kwasniok, gladbach zittert sich arm

Der 1. FC Köln schlägt im 100. Rheinderby nicht zu – und rettet damit vorerst Trainer Lukas Kwasniok. Nach 90 Minuten mit sechs Toren, zwei Rote-Karten-Gefahren und einem späten Ausgleich durch Eric Martel steht ein 3:3, das beide Seiten unbefriedigt lässt. Die Krise der Kölner hält: sieben Spiele ohne Sieg, nur zwei Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz 16. Gladbach dagegen verspielt eine 1:0- und 3:2-Führung, bleibt trotzdem drei Punkte vor dem Abstiegssog.

Kwasniok steht weiter im wind – und wackelt

Lukas Kwasniok hatte vor dem Spiel betont, er stehe „gern im Wind“. Nach dem Schlusspfiff wehte ein Orkan durch den Kölner Kabinenflur. Die Mannschaft warf ihr letztes Hemd aufs Feld, bekam aber kein Erfolgserlebnis zurück. „Die Jungs geben ihr letztes Hemd. Ich hoffe, man spürt, dass das der Trainer auch tut“, hatte er gesagt – und genau das sahen die 50.000 im RheinEnergieStadion. Dennoch: ein Sieg hätte die Diskussion um seine Zukunft für mindestens eine Woche beendet, nun bleibt der Nagel im Kopf.

Die Anfangsphase war ein Lehrbuch für chaotische Abstiegsderbys. Nach 63 Sekneten traf Jens Castrop zur 0:1-Führung für Gladbach, Köln antwortete durch Said El Mala (4.) und Ragnar Ache (7.) mit dem schnellsten Zweitschlag der Saison. Philipp Sander schoss die Gäste wieder in Führung (20.), doch die Hausherren blieben dran. Nach der Pause schien Castrop mit seinem zweiten Treffer (60.) den Befreiungsschlag zu landen – bis Martel in der 84. Minute aus 16 Metern ins lange Eck traf. Zwei Minuten später flog Martel mit Gelb-Rot vom Platz, weil er Castrop erneut von den Beinen holte.

El mala, reitz und der sommer-transfer-wirbel

El mala, reitz und der sommer-transfer-wirbel

Said El Mala war die erste personelle Zündung des Spieltags. Nach Premier-League-Gerüchten und Länderspiel-Aus stand er in der Startelf und traf nach vier Minuten. Sein Jubel: Finger ans rechte Ohr – ein Statement gegen alle Medienlärm. Auf der anderen Seite kehrte Rocco Reitz nach seiner Rotsperre und dem bereits verkündeten Wechsel zu RB Leipzig zurück. Die Köln-Fans begrüßten ihn mit Plakaten: „Den Feind schlagen – die Klasse halten!“ Reitz blieb in der Defensivarbeit stabil, konnte das 3:3 aber nicht verhindern.

Die Tabelle lügt nicht: Köln hat 22 Punkte, Gladbach 25. Beide Klubs rutschen näher an die rote Zone heran, weil die Konkurrenz morgen nachlegen kann. Der FC muss am Samstag nach Heidenheim, Gladbach empfängt Stuttgart. Wer dort verliert, rutscht in den Strudel.

Lukas Kwasniok wird die Nacht durchmachen. Er hat den Wind wieder im Gesicht – und diesmal weht er eiskalt.