300 Km/h und ein traum: kimi antonellis lehrerin packt aus
„Kimi, hast du keine Angst bei 300 Stundenkilometern?“ – „Prof, ich mache das, seit ich denken kann.“ Drei Jahre später schreibt der 19-Jährige Geschichte als zweitjüngster Formel-1-Sieger aller Zeiten, und seine Wirtschaftslehrerin Alessandra Regina sitzt vor dem Fernseher und weint.
Vom ersten bank zur pole position
Casalecchio di Reno, 15. September 2023. Die Glocke des neuen Schuljahrs ertönt, Antonelli nimmt Platz im ersten Reihe, ganz links. Regina fragt jeden nach dem großen Traum. Als er dran ist, sagt er es ohne Zögern: „Ich will ein Grand-Prix-Rennen gewinnen.“ Keiner lacht. „Er sprach es so selbstverständlich aus, als hätte er schon den Kalendar für Shanghai in der Tasche“, erinnert sich die Lehrerin.
Die Fakten sprechen für sich: Mit 19 Jahren, 123 Tagen pilotiert er in China den Mercedes zum Sieg, nur Max Verstappen war jünger. Dazwischen liegt ein Examen in Administration, Finanz und Marketing mit der Note 10 in Regina’s Fach Betriebswirtschaft – geschrieben direkt nach einem Formel-2-Wochenende.
„Er schleppte Schulbücher in alle Zeitzonen“, sagt Regina. „Zwischen Freitagstraining und Qualifying hat er uns via Teams gefragt, welche Seiten wir morgen durchnehmen. Er wollte keinen Millimeter nachlassen.“ Die Jungs aus der 5G wussten: Wenn Kimi antritt, gibt er Vollgas – egal, ob es um Bilanzen oder Boxenstopps geht.

Die nacht, in der die klasse zusammenjubelte
Als er die Zielflagge in Shanghai sah, schrie eine ganze Schule. Regina tippte auf WhatsApp: „Du lebst unseren Unterricht.“ Kimi antwortete binnen Sekunden: „Professorin, ich bringe den Pokal mit – aber keine Hausaufgaben mehr.“
Der Plan steht: Nach dem Rennen in Imola fährt er vorbei, ein Klassentreffen mit Schülern und Lehrern, diesmal ohne Stundenplan. „Er will den Sektempfang im Lehrerzimmer“, lacht Regina. „Sagt er jedenfalls. Mal schauen, ob er nicht doch den Kalender zückt und fragt, wann wir endlich mit ROI-Rechnungen weitermachen.“
Die Moral? Wer im ersten Bank sitzt, muss nicht unbedingt Professor werden. Manchmal reicht ein Traum, ein Gaspedal und die Disziplin, Hausaufgaben im Flugzeug zu machen. Shanghai war erst der Anfang – und die nächste Klassenfahrt steht schon fest: Mit 320 km/h durch die Geschichte.
