2,35-Meter-koloss stiehlt gators den show: rioux-dunk entzückt march madness

Die Florida Gators gewinnen locker, doch die Arena jubelt nur einem Mann zu: Olivier Rioux. Der 2,35 Meter große Kanadier schnappt sich in 55 Sekunden zwei Offensiv-Rebounds und versenkt einen Dunk, der sofort durch die sozialen Netzwerke rauscht. Mit diesem Kurzauftritt wird er zum größten Spieler, der je in der Geschichte des NCAA-Turniers zum Einsatz kam.

Rioux liefert den viralen moment nach dem sieg

Rioux liefert den viralen moment nach dem sieg

Die Gators dominierten ihr Erstrunden-Match, doch als Coach Todd Golden Rioux einwechselt, vergisst jeder das Ergebnis. Die Halle skandiert „O-li-vi-er!“, die Bank springt auf, und die Smartphones zucken aus. Für den 20-Jährigen ist das kein Spaß, sondern Job: „Ich bin bereit, wann immer man mich braucht“, sagt er, noch quietschfelsennass vom Gatorade-Bad seiner Teamkollegen.

Intern nennen die Spieler ihn den „Cheat Code“. Die Rede ist von einer Figur, die in Videospielen alle Parameter sprengt. Rebound-Wert? Maximal. Shot-Contest? Praktisch unblockbar. Doch hinter dem Gag steckt ein ernsthaftes Projekt. Rioux hat in zwei Jahren an der Uni 15 Kilo Muskelmasse zugelegt, seine vertikale Sprungkraft um acht Zentimeter verbessert und einen Freiwurf-Prozentsatz von 72 erarbeitet – respektabel für einen Mann, der auf dem Papier eigentlich nur einen Meter kleiner als der Korb ist.

Mitspieler Thomas Haugh lacht und schüttelt gleichzeitig den Kopf: „Er ist unser Glücksbringer, klar. Aber versteht ihn nicht falsch – er kann Basketball.“ Haugh deutet auf die beiden Offensiv-Rebounds. „Er versteht die Winkel, hat weiche Hände und arbeitet jeden Tag an seiner Mobilität.“

Die NBA-Scouts sind trotzdem zwiegespalten. Ein Manager, der seinen Namen nicht in den Medien lesen will, schickt per WhatsApp eine knappe Voice-Note: „Spielbar ist er für uns erst, wenn er es schafft, vier Mal hintereinander den Court in unter drei Sekunden runter zu sprinten. Die Liga wird schneller, nicht größer.“ Trotzdem: In der G-League-Draft würden ihn manche Teams schon in Runde zwei ziehen, schätzt der Scout – reine Marketinglogik, aber Marketing ist in der Profi-Sport-Ökonomie eben auch Logik.

Rioux selbst schaltet nach dem Spiel die Kamera ein, filmt sich bei der Fahrt im Teambus. Er lacht, winkt, zeigt die leeren Straßen von Orlando. „55 Sekunden“, murmelt er, „mehr braucht es manchmal nicht, um für immer in die Geschichtsbücher einzugehen.“

Die Gators reisen weiter nach Runde zwei. Ob Coach Golden ihn erneut einsetzt? „Wenn die Stimmung kippt, rufe ich den Big Fella“, sagt er trocken. „Er ist unser Thermometer. Die Menge kocht, die Gegner schauen hoch – und wir profitieren.“

Fakt ist: In einem Turnier, das von Kultfiguren lebt, hat Florida mit Olivier Rioux gerade eine neue geboren. Die Siege zählen für den Fortschritt. Die Meter zählen für die Ewigkeit.