23 Rote karten! finale in minas gerais explodiert in wildeste massenschlägerei

Die brasilianische Hölle ist rot: 23 Spieler fliegen, Stühle fliegen, Schläge fliegen. Das Endspiel der Meisterschaft von Minas Gerais verwandelt sich in 90 Sekunden von Fußball in eine Ringschlacht.

Der 01:25-minuten-knall, der die liga erschüttert

Es ist die 87. Minute, Atlético Mineiro führt 2:1 gegen Cruzeiro, da rutscht ein Bein, ein Ellbogen trifft Kinn, ein Schubser wird zur Attacke. Binnen fünf Sekunden sind 22 Körper im Strafraum verkeilt, der 23. – der eingewechselte Torwart – sprintt 60 Meter und springt mit gestreckten Stiefeln in den Haufen. Die Kamera wackelt, der Kommentator schreit „Que porra é essa?“, und dann geht die Lampe an: rote Karten wie Flugblätter, Schiedsrichter Ricardo de Lima zückt, bis seine Tasche leer ist.

Die Zahlen sind irre: 23 Auswechslungen in ein Spiel, das offiziell nur 20 Feldspieler und 6 Reservisten pro Mannschaft erlaubt. Die Statistik Opta verzeichnet einen neuen Südamerika-Rekord – vorher hielt ein chilenisches Pokalduell mit 11 Roten. Die Bilder gehen um 3:10 Uhr Ortszeit viral, #InfernoMineiro steht innerhalb von 20 Minuten auf Platz eins der brasilianischen Trends, vor BBB und Big Brother.

Was keiner sieht: hinter der Südkurve schlägt ein 14-jähriger Balljunge einen Feuerlöscher gegen die Plexiglaswand, weil er seinen Bruder auf dem Rasen sieht. Zuschauer filmen, wie ein Cruzeiro-Physio eine Metalltasche schwingt, ein anderer Atlético-Coach brüllt „Vai tomar no cu!“ und tritt den Eckpfahl um. Die Polizei zieht erst nach acht Minuten die Trennlinie – zu spät, die Wut ist längst unkontrollierbar.

Die stille danach kostet 2,3 millionen euro

Die stille danach kostet 2,3 millionen euro

Am Morgen nach dem Knall sitzt Rogerio Caboclo, Präsident der Federação Mineira, in einem weißen Hemd vor der Presse, das noch nach Rauch riecht. Er kündigt an, dass die beiden Klubs 2,3 Millionen Reais Strafe zahlen müssen – umgerechnet 420.000 Euro – und dass alle 23 Spieler mindestens sechs Spiele Sperre erhalten. Die TV-Rechte für das Finale waren gerade erst für 48 Millionen Reais versteigert worden; jetzt droht SporTV und Band ein Imageschaden, weil die Rechteshalter die Bilder nicht mehr zeigen dürfen.

Die Liga setzt ein Ultimatum: bis Freitag muss jeder Verein ein „Plano de Segurança Emocional“ vorlegen – ein Begriff, den es vorher nicht gab. Die Spieler dürfen nur noch mit Bodycams trainieren, um Gewaltimpulse zu dokumentieren. Und die Fans? Die haben schon neue T-Shirts drucken lassen: „23 Vermelhos – Maior Arraia do Mundo“.

Der Fußball in Minas Gerais atmet kurz durch, dann schlägt das Pendel zurück. Am Sonntag steht bereits das nächste Derby an. Die Karten sind ausverkauft. Die Wunden noch offen.