20-Millionen-schatz in toskana enttarnt: betrug gegen bond-girl ursula andress fliegt auf

Die weißen Wellen des Karibik-Strands sind längst verblasst, doch jetzt rächt sich Honey Ryder richtig: In San Casciano Val di Pesa haben italienische Fahnder Immobilien, Weingüter und Kunstwerke im Wert von rund 20 Millionen Euro beschlagnahmt – Geld, das der einstigen Bond-Legende Ursula Andress via Schweizer Konten abhanden kam.

Der Zugriff erfolgte auf Anweisung der florentiner Antimafia-Staatsanwaltschaft. Die Guardia di Finanza durchsuchte elf Villen, 14 Landflächen und eine zeitgenössische Kunstsammlung, die sich hinter dicken Steinmauern des Herrenhauses Palazzo al Bosco verbarg. Alles soll aus dem Vermögen stammen, das der frühere Finanzberater Eric Freymond – mittlerweile 2025 verstorben – aus Zürcher Depotbanken abgezweigt und über Briefkastenfirmen in Liechtenstein, Panama und Luxemburg gewaschen hatte.

Wie ein excel-sudoku führte der „paper trail“ zurück

Die Ermittler rekonstruierten jeden einzelnen Cent. Kontoauszüge, Faktoren und Gesellschaftsregister liefern laut Obmann der Task Force ein „perfektes Zahlenbild“. Von Genf floss das Geld zunächst in einen Hedgefonds auf den Cayman Islands, dann in ein Konsortium, das toskanische Weingüter aufkaufte. Der Trick: Die roten Steinschlösser wurden saniert, mit Trüffelrestaurants ausgestattet und als „Bio-Relais“ an US-Touristen weiterverkauft – Gewinne legal, Ursprung illegal.

Die Witwe Freymonds muss sich nun wegen Geldwäsche und Eigengeldwäsche verantworten. Gegen sie und drei weitere Treuhänder laufen in Bellinzona zusätzlich Anklagen wegen schweren Betrugs. Die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma entzog inzwischen zwei Banken die Lizenz, weil sie die Transaktionen nicht gemeldet haben.

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Die 90-jährige Ursula Andress hat den Millionenraub nie öffentlich beklagt. Ihre einzige Reaktion: ein knappes „Ich vertraue der Justiz“, entgegnet sie per SMS aus Genf. Ihre Filmkarriere begann 1962, als sie als erste Bond-Girl aus dem karibischen Meer stieg – ein Bikini, ein Messer, ein Mythos. Später verzauberte sie als böse Zauberin Xellesia in der TV-Saga „Fantaghirò“ italische Kinderzimmer. Jetzt könnte sie mit dem Verkauf der konfiszierten Güter ihr eingezahltes Geld zurückholen.

Die Villa Palazzo al Bosco bleibt vorerst versiegelt. Die Weintrauben reifen, die Kunstwerke sammeln Staub, und die verlorenen Millionen schreien nach Gerechtigkeit – ein letztes Abenteuer, das nicht in einem Kinosaal, sondern vor Gericht endet.