19-Jähriger antonelli ballert mercedes in monte carlo an die spitze – papa marco erzählt
Marco Antonelli wischt sich zwei Sekunden nach der Zielflagge die Tränen weg. Hinter ihm schreit Monte Carlo, vor ihm steht auf dem Podest sein Sohn Kimi mit italienischer Fahne, 19 Jahre jung, Grand-Prix-Sieger. Der Mann, der ihn einst auf einem Bambino-Kart sitzend anschob, ist jetzt nur noch Papa.
„Mio figlio mit 19 in monaco gewinnen – wer träumt sowas?“
Die Stimme des ehemaligen Tourenwagenfahrers bröckelt trotz Lärmkulisse. „Ich habe immer an seine Fähigkeiten geglaubt, schließlich fährt er für Mercedes, aber das hier ist eine andere Liga. Emotionaler als der erste Sieg in China.“ Er lacht schuldbewusst, als wäre das Adrenalin plötzlich weg. Neben ihm posiert Kimi für Fotografen, der Helm noch halb ab, die Augen geschlossen, als wolle er sich den Geruch von Champagner und Meer einprägen.
Marco erzählt, wie Kimi mit fünf Jahren auf der Kartbahn in Imola schon Gas gab, bis die Reifen qualmten. „Er wollte nur schneller als alle anderen, nie reicher oder berühmter. Nur schneller.“ Der Plan ging auf. 14 Jahre später jagt der Teenager mit dem Silberpfeil durch den Tunnel von Monaco und bremst erst wieder, wenn das Meer auftaucht.

„Er ist ein ganz normaler 19-jähriger – bloß mit 1000 ps unter der haube“
Die Frage, worauf er am meisten stolz sei, beantwortet Marco ohne Zögern. „Darauf, dass er außerhalb der Strecke ein vernünftiger Typ geblieben ist. Kopf auf den Schultern, wie wir in Bologna sagen.“ Die Mutter Veronica telefoniert gerade mit der Schwester aus Modena. „Sie war die Ruhe selbst, als Kimi noch nicht laufen konnte. Jetzt muss sie an jedem Sonntag Tabletten gegen Herzrasen schlucken.“
Während Kimi vom Pier ins Mittelmeer springt, analysiert Papa die letzten Runden. „Nach dem Neustart habe ich fast meine Stimme verloren. Ferrari startet brutal, und Kimi hatte dieses Jahr Startschwächen. Aber Mercedes hat ihn trainiert wie einen 100-Meter-Läufer – Reaktionszeit, Kupplung, alles neu justiert.“ Die Zahlen sprechen: 1,92 Sekunden Vorsprung vor Leclerc, der schnellste Startsplit der Saison.

Meisterschaft? „erst in drei rennen denken wir dran“
Marco scherzt, dass er morgen wieder im Büro sitzt. „Echte Emilianer arbeiten am Montag. Gala beim Fürsten? Ich verstecke mich hinter dem Buffet.“ Doch bevor er geht, richtet er den Blick auf die nächsten GP. „Pepe, Pech, ein einziger Fahrfehler – alles kann in Sekunden kippen. Wir gehen Rennen für Rennen, nicht Titel für Titel.“ Dann huscht er davon, ehe ein Reporter nach dem Familienrezept für Tortellini fragt. Die Antwort steht im Blick seines Sohnes: Vollgas, bis der Checker fällt.
