1860 München startet mit acht verträgen ins abenteuer regionalliga

Der Montag wird knallhart. Um 15 Uhr rollt der Ball wieder auf dem Trainingsplatz in Giesing – doch nur acht Profis haben einen gültigen Vertrag. Der Rest darf bleiben, wo er ist: im Urlaub. Das ist die nüchterne Realität des TSV 1860 München nach dem katastrophalen Zwangsabstieg.

U21-coach kayabunar übernimmt das ruder

Markus Kauczinski sitzt zunächst nur auf der Tribüne. Die Leitung übernimmt Alper Kayabunar, bisher verantwortlich für die U21. Er wird eine bunt gemischte Truppe auf dem Rasen haben: acht Profis plus eine Handvoll Talente aus der zweiten Mannschaft. Mehr ist nicht drin. Kein Neuzugang, kein Testspieler, keine großen Namen. Die Löwen sind auf dem Papier schon jetzt Außenseiter – und das in der vierthöchsten Liga.

Die Pressemitteilung versucht Gelassenheit zu versprühen. „Eine Kaderliste wird veröffentlicht“, heißt es lapidar. Dahinter steckt pure Not. Samuel Althaus, Damjan Dordan, Lasse Faßmann – sie alle sollen bleiben, obwohl ihre Leistungen in der 3. Liga kaum überzeugten. Sean Dulic hingegen wird bereits mit einem Abgang in Verbindung gebracht. Die Gerüchteküche brodelt.

Testspiel gegen forstinning: echter stimmungstest

Testspiel gegen forstinning: echter stimmungstest

Nur fünf Tage später folgt das erste Gradmesser. Am Samstag, 20. Juni, gastieren die Löwen beim VfB Forstinning – ein Amateurklub aus der Bayernliga. Die Partie ist längst kein Freundschaftsspiel mehr. Die Fans wollen wissen, wie hungrig die Mannschaft ist. Die Verantwortlichen wollen sehen, ob überhaupt eine Mannschaft zusammenkommt.

Die Saison startet am 23. Juli. Das klingt weit weg, ist aber ein Wettlauf gegen die Zeit. Bis dahin muss ein Kader stehen, der zumindest die Chance auf den direkten Wiederaufstieg wahrt. Das kostbare Etikett „Traditionsverein“ verblasst mit jedem Tag in der Regionalliga. Die nächsten Wochen entscheiden, ob 1860 München Geschichte schreibt – oder endgültig daran zerbricht.