1860 München: ismaik droht juristischer schlagabtausch nach vertragsende
München – Der Fall 1860 München spitzt sich weiter zu. Nach dem verpassten Lizenzantrag für die 3. Liga und dem damit verbundenen Abstieg in die Regionalliga Bayern erwägt Investor Hasan Ismaik nun juristische Schritte gegen die Kündigung seines Kooperationsvertrags. Ein vermeintliches Fiasko, das den Traditionsklub erneut in die Krise stürzt.
Die entscheidung ist gefallen – und ismaik reagiert
Die Führungsetage des TSV 1860 München hatte am Donnerstagabend überraschend die Kündigung des Vertrages mit dem jordanischen Geschäftsmann mit sofortiger Wirkung bekannt gegeben. Begründet wurde dies mit einem „wichtigen Grund“ – in aller Deutlichkeit: Die nicht eingehaltene Finanzierungszusage Ismaiks für die kommende Saison, die den fehlenden Etat von 2,7 Millionen Euro hätte decken sollen.
Ismaik selbst äußerte sich gegenüber der Süddeutschen Zeitung relativ gelassen. „Wenn der Verein der Ansicht ist, dass die Kündigung des Kooperationsvertrags der richtige Weg für seine Zukunft ist, dann ist das seine Entscheidung“, so der 48-Jährige. Allerdings kündigte er an, die Entscheidung des Vereins „sorgfältig und unter rechtlichen Gesichtspunkten prüfen“ zu wollen.
Die Trennung nach fünfzehn Jahren kommt für Ismaik offenbar unerwartet. „Es traurig, dass eine fünfzehnjährige Reise zu Ende gegangen ist, ohne dass es uns allen gelungen ist, das Maß an Vertrauen und Zusammenarbeit aufzubauen, das der Verein gebraucht hätte, um voranzukommen“, bedauerte er.

Ein teufelskreis aus streit und finanzieller not
Die Geschichte von Hasan Ismaik und 1860 München ist geprägt von immer wiederkehrenden Streitigkeiten zwischen dem Investor-Lager und dem Mutterverein. Finanzielle Engpässe und verpasste Chancen gehörten dabei immer dazu. Bereits 2017 musste der Verein aufgrund ähnlicher Probleme den Gang in die Regionalliga antreten. Die jüngste Entwicklung verstärkt den Eindruck eines Teufelskreises, aus dem sich 1860 nur schwer befreien kann.
Die Fans reagieren mit Enttäuschung und Protest. Scharenweise geben sie ihre Dauerkarten für die Drittliga-Saison zurück, was den finanziellen Druck auf die Spielbetriebs-KGaA weiter erhöht. Ob der Verein es schafft, sich in der Regionalliga Bayern zu stabilisieren und den Wiederaufstieg anzustreben, bleibt abzuwarten. Ein juristischer Kampf mit Hasan Ismaik wird die Situation allemal erschweren.
