1860 München abstürzt: 2,7-millionen-loch reißt löwen in regionalliga

Der TSV 1860 München ist abgestürzt. Am Mittwoch um 17.00 Uhr verstrich die letzte Frist, 2,7 Millionen Euro aufzutreiben – und nichts kam. Lizenz weg, Liga runter, Fans in Tränen. München erlebt sein zweites 2017 nach nur neun Jahren.

Ismaik zahlte nicht – und erklärt sich später auf facebook

Hasan Ismaik schrieb kurz vor Ablauf der Frist noch an BR24Sport lediglich „3“, als wäre die Rettung sicher. Dann kam nichts. Erst Stunden später postete der Jordanier, er habe „große Traurigkeit“ empfunden. Die Mittel stünden bereit gewesen, aber „der notwendige Konsens“ sei ausgeblieben. Strukturreformen habe er gefordert, das sei gescheitert. Klingt nach klassischem Schuldzuweis-Pingpong – nur die Löwen tragen die Niederlage allein.

Gernot Mang und Herbert Bergmaier traten vor versammelte Anhänger und mussten sagen, was niemand hören wollte: „Wir haben die Lizenz nicht bekommen.“ Mang sprach von zwei Verträgen, „der eine akzeptabel für den e.V., der andere für die HAM“, beide für die KGaA passend – und trotzdem keine Unterschrift. Irgendwann, so Mang, „gibt es auch Grenzen“. Für 1860 ist diese Grenze jetzt die Regionalliga Bayern.

Regionalliga wird auf 20 teams aufgestockt – ohne vorwarnung

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Der Bayerische Fußball-Verband erfuhr laut Geschäftsführer Jürgen Igelspacher von der Lizenzablehnung aus den Medien. Man habe „die Entscheidung über die Medien verfolgt“. Jetzt wächst die Regionalliga Bayern von 18 auf 20 Teilnehmer – eine bittere Randnotiz für den gesamten Amateurfußball. 1860 bekommt dennoch den DFB-Pokal-Startplatz, weil Würzburgs Amateur-Meisterschaft den zweiten bayerischen Pokalplatz freimachte. Ein Trost, der kaum tröstet.

Vor der Geschäftsstelle an der Grünwalder Straße herrschte nach der Ansage erst Schweigen, dann Wut, schließlich Trauer. „Schwarzer Mittwoch“ hieß es unter Fans. Einige weinten, andere skandierten Parolen gegen Mang und Ismaik. Regen goss über München, als wolle das Wetter das Drama noch betonen. Hans Sitzberger, neun Jahre lang Vizepräsident, fasste die Lage trocken zusammen: „Die beiden Gesellschafter sind sich nicht einig.“

Das nächste Kapitel beginnt in der Regionalliga. Für 1860 München ist es das zweite Mal, dass finanzielles Chaos den Klub in die vierte Liga stürzt. Die Frage ist nicht mehr, ob die Löwen sich erholen, sondern wie viele Chancen sie sich noch erlauben können. Die Antwort liegt in Ismaiks Portemonnaie – und in der Fähigkeit der Verantwortlichen, endlich gemeinsam zu handeln. Bis dahin rollt der Ball wieder weit unten, und München sieht blau-weiß statt gelb-schwarz in der dritten Liga weiter oben.