17-Jähriger schockt den fc bayern: inacio sticht beim bvb-debüt
Samuele Inacio trat am Samstagabend in die Glühlampe der Fußball-Welt – und ließ sie nicht mehr los. In seinem ersten Profi-Einsatz für Borussia Dortmund forderte der 17-Jährige ohne Furcht Bayern-Star Jamal Musiala heraus, spielte drei Pässe, die Augen verdrehten, und verlor keinen Ball. Die Niederlage? Nebensache. Die Zukunft? Läuft.
Kovac vergisst die schmerzen – und lobt den fantasista
Während Emre Can mit gebrochener Rippe aus der Kabine getragen wurde, blitzte bei Niko Kovac trotz 2:3 plötzlich ein Lächeln auf: „Samuele ist 17 Jahre jung und wird es sicherlich gut machen. Gegen den FC BayernMünchen – das muss man sich mal vorstellen!“ Der Coach, sonst ein Verfechter der langsamen Reifung, schwärmt seit Wochen von einem „Fantasista“, der „Dinge sieht, die andere mit 30 Jahren nicht erkennen“.
Die Zahlen sind kühl, das Gefühl heiß: Inacio stand 21 Minuten auf dem Rasen, ging fünf Mal ins Dribbling, gewann alle Zweikämpfe. Zwischen Dayot Upamecano und Alphonso Davies tanzte er einmal durch, ließ die Südtribäne aufstöhnen. Dass er danach selbst lachend mit Musiala trat, war kein Fauxpas – sondern Beweis für Selbstverständlichkeit.
Die Entscheidung, ihn kurzfristig zu bringen, war keine Gag-Idee. Carney Chukwuemeka fiel aus, also riss Kovac den 17-Jährigen aus dem Mittagstisch und setzte ihn in den Katakomben neben Marco Reus. „Er hat kein einziges Mal gefragt, ob er dürfe – er hat nur genickt“, berichtet Co-Trainer Patrick Kleinmann. Ein Satz, der in Dortmund gerne als Leitmotiv durch die Kabine hallt.

Ab sommer fest im kader – italiens nächster nationalheld?
Ab Juli bekommt Inacio die Profi-Matrikelnummer 37, trainiert dann ganz oben mit. Der Vertrag läuft bis 2027, die Klausel steht, die Berater jubeln. In Mailand haben sie schon nachgefragt, in Turin auch. Doch der BVB baut weiter. Sportdirektor Sebastian Kehl: „Wir wollen keine Leihgeschichten. Er bleibt, er spielt, er wächst.“
Italiens U21-Coach Alberto Bollini will ihn schon für das Testspiel gegen Deutschland im Juni einberufen. Die Logik: Wer gegen Upamecano nicht untergeht, kann auch gegen deutsche Reservisten bestehen. Laut Bollini sei Inacio „kein reiner Flügelspieler, sondern halb Zehner, halb Achter – ein Hybrid, wie wir ihn seit Totti nicht mehr hatten“. Großes Kino, kleines Stadion, großes Talent.
Die Saison ist gerettet, die Meisterschaft verloren – aber im Tunnel von Signal Iduna Park steht ein Jugendlicher und unterschreibt Autogrammkarten mit einem Grinsen, das sagt: Ich komme wieder. Die 21 Minuten waren erst der Prolog. Die Geschichte beginnt jetzt – und Bayern war nur Seite eins.
