0:3-Rückstand? sporting dreht die champions-league-nacht von lissabon

Mitten in ein Gewitter aus Regen und Jubel schrie Maxi Araújo die José-Alvalade-Stadion-Dächer wackelig – 92. Minute, 4:0, Bodö/Glimt platt. Ein 0:3 aus dem kalten Norwegen? Vergessen. Sporting steht im Viertelfinale, und niemand in Europa traut seinen Augen.

Der plan von ruben amorim war von anpfiff an pure aggression

Die Löwen pressten die Gäste hoch, spülten sie in die eigem Hälfte, verweigerten jede Atempause. Gonçalo Inácio köpfte die Führung, Pedro Gonçalveserhöhte nach einem Spielzug, der schon vor dem Pass zum 2:0 aussah wie ein Tor. Der norwegische Rekordmeister wirkte wie betäubt – und das, obwohl Trainer Kjetil Knutsen erstmals in der Königsklasse sechsmal hintereinander dieselbe Startelf aufbot. Die Idee der Konstanz zerschellte an Sporting's Kurzpasstempo.

Die Vorentscheidung fiel in der 78. Minute mit dem Elfmeter, den Luis Suárez verwandelte – verwandelte klingt zu harmlos, er donnerte ihn oben rechts unter die Latte. Danach schlug nur noch die Uhr. Inácio, 24 Jahre alt, kratzte mit seinem 29. Einsatz den Klubrekord – ein Fußball-Gymnasiast, der endlich die Note Eins schrieb.

Verlängerung: bodö kippt, araújo trifft, nel setzt den schlusspunkt

Verlängerung: bodö kippt, araújo trifft, nel setzt den schlusspunkt

In der Verlängerung war nichts mehr von der norwegischen Auswärtsstärke zu sehen. Bodö's defensive Kompassnadel drehte sich permanent. Araújo nutzte die Lücke, Rafael Nel stocherte in der 120. Minute den 5:0-Endstand über die Linie. Der Gesamtscore lautet 5:3 – ein K.o., der in Lissabon schon vor zwei Wochen niemandem mehr zugetraut wurde.

Mit diesem Rückstand-Remontada schließt Sporting sich einer exklusiven Klub-Liste an: Depor 2004, Barça 2017, Liverpool 2019 – nur vier Teams haben seit 1992 ein 0:3 oder schlimmer noch gedreht. Die Statistik ist kühl, das Stadion kochte 49 Grad Emotion.

Nächster gegner: leverkusen oder arsenal – beide haben grund zu zittern

Nächster gegner: leverkusen oder arsenal – beide haben grund zu zittern

Am 7./8. April folgt das Hinspiel, Gegner wird Bayer Leverkusen oder der FC Arsenal sein (Hinspiel 1:1). Keine Frage, wer auch immer nach Lissabon reist, muss mit einem Rückstand planen – denn Sporting bewies: Selbst eine drei Tore tiefe Schneelawine kann man in 90 Minuten plus X schmelzen.

Die Saison ist gerettet, die Stadt elektrisiert, und Ruben Amorim hat seinen Platz in den Geschichtsbüchern – geschrieben mit Regentropfen statt Tinte. Für Bodö bleibt nur die Erkenntnis: Selbst eine eiserne Startelf rostet, wenn der Gegner aus purem Feuer kommt.