0-25: Fribourgs powerplay versinkt im nichts – nur sekunden fehlten zum tor
25 Mal standen die Dragons bereits mit einem Mann mehr auf dem Eis. 25 Mal schlichen sie danach mit leeren Händen davon. Die Zahlen sind ein offener Brief ans Selbstvertrauen des HC Fribourg-Gottéron: 0 Tore, 0 Punkte, 0 Antworten auf die Frage, warum eine komplette Serie an Überzahlsituationen ungenutzt bleibt.
Rapperswil-jona erfindet das killer-unterzahl-spiel neu
Die SC Rapperswil-Jona Lakers haben ihre Unterzahl inzwischen zur Waffe umgeschmiedet. Seit dem 51. Spieltag der Regular Season überstanden die Rosenstädter 72 Minuten und 12 Sekunden in Unterzahl ohne Gegentor – ein Schweizer Rekord, der laut Statistics Elite längst in den Playoffs Fuß fasst. Gegen Fribourg funktioniert das Prinzip nach Schema F: Die Lakers lassen keine erste Passline, keinen Slot-Pass, keine Sekunde Raum. Trainer Dan Ratushny nennt das „aktive Stagnation“ – seine Spieler stehen, wo der Gegner hinwill, bevor er es selbst weiß.
Die Folge: Fribourgs Powerplay wirkt wie ein Testlauf ohne Software. Die Scheibe wandert vom blauen Strich zurück zum blauen Strich, bis der Schiri die Arme hebt und die nächste Strafe abruft. Die Statistik lügt nicht: Fünf Überzahlsituationen pro Spiel, durchschnittlich 1,8 Schüsse aufs Tor – das ist weniger, als die Lakers in derselben Zeit an Blocks verbuchen.

Das 1:1 war nur ein trostpreis – und eine warnung
Im vierten Spiel schlug Fribourg zurück. Das 1:1 fiel 13 Sekunden nach Ablauf der Strafe – ein Treffer, der in der Protokollzeile als regulär gilt, im Kopf aber als Powerplaytor zählt. „Wir haben die Lücke gesehen, aber zu spät“, sagte Captain Samuel Walser nach dem Spiel. „Noch drei Sekunden früher und die Serie steht 2:2.“ Stattdessen führt Rapperswil-Jona mit 3:2 und serviert den Westschweizern am Montag im Seestadion Rapperswil die mögliche Köpfchen-Entscheidung.
Die Lösung? Trainer Patrick Emond testete gestern im Training eine neue First-Unit: Walser an die Pointe, Scherwey vor dem Tor, Marchon als Halbspur. Die Scheibe soll schneller fließen als die Gedanken der Lakers-Box. Emond nennt das „Denken in Zeitlupen“, wenn die Bewegung schneller ist als die Reaktion. Ob es reicht, wird sich zeigen – spätestens am Montag, wenn die Uhr wieder auf 25 tickt.
